Philosophie

Zehn Gründe, warum eure Neujahrsvorsätze zum Scheitern verurteilt sind

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Kein Vorwort. Ich fange gleich mit der Liste an:

  1. Zu viele/große Vorsätze

Ihr blickt auf euer Jahr zurück, seht wie viele eurer Versuche euch zu ändern gescheitert sind und was ist euer erster Gedanke? „Wenn ich das alles in ein fettes Paket stopfe und es mir im Januar wie einen Rucksack aufschultere, kann ich das alles vergessen machen! „

Mit diesem Mindset erlaubt ihr euren Emotionen Entscheidungen zu treffen, die eure Vernunft dann bezahlen muss.

Versucht stattdessen vernünftig und objektiv einzuschätzen, welche Veränderungen ihr in der Vergangenheit gemeistert habt und wählt etwas aus der selben Größenordnung für das neue Jahr.

  1. Ungenaue Vorsätze

„Ab 2015 wird alles anders!“; „Ich werde mich bessern!“ ; „Ich werde netter/fleißiger/schöner/lilaner/flauschiger(Ups, meine Kuscheldecke hat mich für einen Moment abgelenkt. Es ist Winter, verklagt mich doch!“ All diese Vorsätze haben gemeinsam, dass sie so unfassbar vage sind, dass man in jeder einzelnen Situation sagen kann “ Ich wollte zwar x, aber das hier ist anders. Es ist y!“ und am Ende des Jahres merkt man, dass x genauso weit entfernt ist wie vor 365 Tagen.

Formuliert genaue Vorsätze, die ihr nicht im Nachhinein uminterpretieren könnt.

  1. Ziele statt Gewohnheiten

Bernd nimmt sich vor im Jahre 2015 15 kg abzunehmen, indem er auf kalorienhaltige Getränke verzichtet und sich auf Wasser und Tee beschränkt. Horst nimmt sich vor im Jahre 2015 nur noch Wasser und Tee zu trinken. Bernd nimmt 11 kg ab. Horst nimmt 5 kg ab( Weil er bestimmt heimlich Bier getrunken hat. Horst ist einfach unverbesserlich!)

Aber wer blickt auf das Jahr 2015 zurück und ist glücklicher? Jemand, der aus einer Gewohnheitsänderung als Nebenprodukt schlanker und gesünder geworden ist oder jemand der 15 kg abnehmen wollte und GESCHEITERT ist, wie ein VERSAGER!!! ( ich bin sehr zufrieden mit dieser Frage. Sie ist überhaupt nicht subjektiv und beeinflussend, oder?)

Wählt Gewohnheiten statt Zielen, weil Ergebnisse nur nebensächlich sein sollten.

  1. Falsche Gründe

Hannah aus der Personalabteilung hat gekichert, als ihr bei der Weihnachtsfeier ein zweites Stück Kuchen genommen habt! Wollt ihr euch das gefallen lassen? Dieser Kuh werdet ihr es zeigen! 2015 werdet ihr so einen Traumkörper antrainieren, dass sie Bauklötze staunen wird.

Doch im Februar lässt sich Hannah am Valentinstag schwängern, weil sie die Bild nicht gelesen hat und die Gefahren von Komasaufen und der heutigen Jugend nicht kannte.

Wem beweist ihr es jetzt, wo sie zwischen Schwangerschafts- und Elternurlaub zu beschäftigt ist, um sich über euer Gewicht auf dem Laufenden zu halten?

Ein Neujahrsvorsatz sollte aus intrinsischen Gründen entstehen, aber im Zweifelsfall achtet wenigstens darauf, dass euer Grund nicht schwanger werden kann!

  1. Keine Belohnungen

„Oh. Ich habe seit zwei Tagen Diät gehalten. Zeit mich mit einer Schwarzwälderkirschtorte, einer Familienpizza und einer Diätcola(wir wollen es ja nicht übertreiben) zu belohnen.“ Nein! Ihr Besserwisser! Diese Art von Belohnung habe ich nicht gemeint. Aber das Ziel einer Veränderung sollte sein sich besser zu fühlen und nicht schlechter. Egal wie gesund etwas ist, wenn man sich dabei miserabel fühlt, wird man es nicht lange durchhalten. Wollt ihr abnehmen sucht euch Rezepte, die euch schmecken, statt Brot und Wasser zu essen. (Brot hat so viele leere Kohlenhydrate…)

Es ist keine Schande verschiedene Diäten zu probieren, bis man eine findet, deren Rezepte man mag. Wenn ihr euch mehr bewegen wollt, such euch eine Tätigkeit( oder Spurt für die ganz ehrgeizigen), die Spaß macht. Wenn ihr mehr frische Luft wollt, geht spazieren, während ihr eure Lieblingspodcasts oder Lieder auf dem MP3-Player zu hören, statt euch einsam an den Straßenrand zu setzen und zu hyperventilieren. (Ein erschreckender Trend, diese ganzen Straßenrandsitzer und Hyperventilierer! Vielleicht sollte RTL 2 eine Reportage darüber senden, wie dieser gefährliche Trend sich unter Jugendlichen ausbreitet.)

Macht euch die Veränderung möglichst angenehm, selbst wenn ihr euch dafür Fleisspunkte und Smileyfaces schenken müsst.

  1. Zu viel Anerkennung

Machen wir uns nichts vor. Wir sind alle soziale Wesen, denen es gefällt von anderen bewundert und gelobt zu werden. Auch wenn manche Leute (wie meiner einer), sich unwohl fühlen, wenn sie zu viel Lob gekommen. Letztendlich spielt die Meinung Anderer eine große Rolle in unseren Vorsätzen und wir können es kaum erwarten zu unserer besten Freundin( forever!) Bettina zu rennen und ihr davon zu erzählen. Bettina ist eine treue Seele und unglaublich nett, also will sie uns unterstützen und sagt uns wie toll sie doch findet, dass wir uns verändern wollen. Sie guckt uns voller Anerkennung an und irgendwo tief in unserem Unterbewusstsein sitzt das kleine Engelchen, dass uns den Vorsatz ins Ohr geflüstert hat, lehnt sich zurück, setzt sich eine Sonnenbrille auf, zünden eine Zigarre an und sagt mit hinterm Kopf verschränkten Armen : „Oh, yeah! Mission accomplished!“. Wie sollen wir uns jetzt noch motivieren, wo dieses selbstzufriedene Engelchen sich in den Urlaub verabschiedet hat?

Wenn ihr hungrig auf den Erfolg sein wollt, lasst euch nicht vorzeitig loben. Wenn es sein muss, haltet eure Vorsätze geheim.

  1. Ihr betrachtet Rückschläge als Scheitern

Ich brauche wieder zwei Beispielcharaktere, bei denen alle Ähnlichkeiten mit lebenden oder erfundenen Charakteren vollkommen zufällig sind… Nehmen wir an Chip und Chap nehmen sich vor, den Sommer über täglich Nüsse zu sammeln. Obwohl Chap mit seiner roten Nase und seinem Hawaiihemd nicht so seriös wirkt wie Chip in seiner Pilotenjacke, sammeln beide im Juni 100 Nüsse.

Am 1. Juli versucht auf einmal jemand die Weltherrschaft an sich zu reißen und sie verbringen den ganzen Tag die Ritter des Rechts zu spielen. Jetzt betrachten sie am 2. Juli ihre hundert Nüssen und fragen sich, was sie tun sollen.

Chap rastet aus! Er ist gescheitert! Er wollte drei Monate lang Nüsse sammeln und egal was er macht, diesen Tag wird er nicht wieder einholen können! Chap beendet seine Karriere als Nüssesammler und betrinkt sich jeden Tag, um sein Scheitern zu vergessen, bis er eines Tages betrunken eine Stufe übersieht und im Fall tödlich mit dem Kopf auf den Asphalt aufschlägt. Chap ist tot, weil er den Rückschlag als Scheitern bewertet hat! TOT SAGE ICH!!! Und Chip?

Der ist ein cleveres Kerlchen. Er weiß, dass er es bereits geschafft hat 30 Tage zu tun, was er sich vorgenommen hat, also macht er weiter wie gehabt und bis auf einen Fehltag ist ihm nichts schlimmes widerfahren. Wo ist Chip heute?

Er hat seinen Namen geändert und hat sich vorgenommen Präsident der U.S.A. zu werden.

Ob es ihm gelungen ist, fragt ihr? Ich sage nur so viel. Er hat aus politischen Gründen seinen Namen ändern müssen und seine Vornamen sind Barrack Hussein!

Seht ihr jetzt, liebe Kinder, was passieren kann, wenn ihr euch von Rückschlägen nicht unterkriegen lasst? Ihr könnt eine fliegende ROBOTERARMEE besitzen, vor der die ganze Welt zittert!

Lasst einen schlechten Tag nicht die vielen guten vorherigen Tage überschatten.

  1. Ihr denkt zu viel

Schnell! Denkt nicht an einen weißen Elefanten! Ihr habt an einen weißen Elefanten gedacht, oder? Obwohl ich euch ausdrücklich gesagt habe, dass ihr es nicht sollt! Ich bin maßlos enttäuscht von euch. Geht mir aus den Augen! Ihr macht mich krank!

Da ihr beim ersten Mal nicht auf mich gehört habt, werdet ihr meinen zweiten Befehl sicher auch ignorieren, also kann ich auch genau so gut weiterschreiben…

Rennfahrer lernen durch mühsamstes Training ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, wenn ihr Auto ins Schleudern kommt, weil unser erster Instinkt ist, die monströse Mauer im Blick zu behalten, wenn sie plötzlich entscheidet auf uns zuzurasen. Aber nur mit einem ruhigen Blick nach vorne lässt sich das Fahrzeug wieder auf die Bahn bringen und dasselbe gilt für unser Leben.

Wir versuchen uns Dinge abzugewöhnen, weil sie unser Leben ruinieren, wie eine Mauer einen Rennwagen ruinieren würde( Ja genau. Ich mach mir um den Wagen viel mehr Sorgen als um den Fahrer. Ich bin ein Unmensch!). Es ist wichtig uns auf die Ziele im Leben zu konzentrieren, statt daran zu denken, was wir nicht tun sollten. Jedes mal, wenn unsere innere Stimme ruft „Wir dürfen keine Schokolade essen!“ denkt unser Magen nur sabbernd, wie Homer Simpson „Hmm, Schokolade essen!“.

Behaltet euer Ziel im Auge und nicht eure Hindernisse.

  1. Nostalgie

Es gibt Menschen, die sich nach der DDR zurücksehnen! Menschen, die in unserem fortschrittlichen Land wohnen und dank EU und Internet sowohl körperlich als auch geistig so frei sind, wie nie zuvor, vermissen ein Land in dem man sich bei jedem Wort hüten musste, weil jeder Gesprächspartner ein Stasispitzel sein könnte, der uns für immer ins Gefängnis stecken kann. Ein Land, wo der Trabi ein Luxusgut war und ein Land über dessen Schicksal 1818 Kilometer weit weg in Moskau entschieden wurde. Der Grund ist der selbe, wie derjenige, weshalb Rentner, die in Trümmern aufgewachsen sind, mit voller Überzeugung behaupten können “ Früher war alles besser. Damals hat ein Döner noch dreissich Pfenniche (Kein Druckfehler. Es ist für die Geschichte notwendig, die G’s durch CH’s zu ersetzen!) gekostet und man hat ihn dir auch noch vorgekaut!“ (Ignoriert den zweiten Satz, wenn ihr auf so einen Blödsinn wie Realismus wert legt…)

Die Vergangenheit verschwimmt in unserem Kopf bis wir alles langweilige vergessen haben und nur noch eine Mixtur aus Fantasie und Erinnerung übrig bleibt, die wenig mit der Realität zu tun hat.

Meine Eltern haben mir als Kind ständig gesagt, dass ich zu viel Zeit vor dem Computer( oder auf dem Super Nintendo. Woooh. Wilde Neunziger!) verbringe. Und womit? Mit Recht! Aber wenn ich mir dabei zuhöre, wie ich meinem Neffen von meiner Kindheit erzähle, könnte man meinen, ich wäre ein wilder Abenteurer gewesen, der mehr erlebt hat als Karlsson vom Dach.

Wenn man sich ändern will, sollte man sich genau überlegen (und am besten aufschreiben), warum man sich dazu entschieden hat und wie schlecht es einem ohne die Veränderung geht. Sollte man sich dann dabei erwischen in Nostalgie zu schwelgen, kann man die Gründe und negativen Erinnerungen aus der Schublade holen, um dem Ganzen einen Riegel vorzuschieben, bevor man schwach wird.

Vergesst nicht, warum ihr angefangen habt.

  1. Ihr habt das ein Loch!

Auch wenn es bei manchen schädlichen Gewohnheiten schwer vorstellbar ist, würden wir sie nicht haben, wenn wir sie nicht bräuchten. Irgendwas in unserem Unterbewusstsein will einen Missstand (Ih. Drei s) mit dieser Gewohnheit lösen. Wenn wir angefangen haben zu rauchen, um cool zu sein, werden wir auch Jahre später nicht damit aufhören können, wenn unsere Mitarbeiter stündlich zu einer Raucherpause gehen und cool miteinander quatschen, während wir still weiterarbeiten müssten. Wenn wir depressiv sind und die Glückshormone (Serotonin) samt Zuckerschüben brauchen um morgens aus dem Bett zu kommen, werden wir nicht einfach wie gehabt weitermachen können, wenn die Schokolade aus unserem Leben entfernt wurde.

(Falls euch Schokolade glücklich macht, ist das übrigens der Placeboeffekt, denn Schokolade enthält viel zu wenig Serotonin um tatsächlich als Antidepressivum zu wirken)

Wenn wir uns wirklich nachhaltig verändern wollen, müssen wir tief in uns gehen und verstehen, welche Bedürfnisse eine schlechte Gewohnheit erfüllt und wie wir sie auf eine gesündere Weise erfüllen können.

Findet heraus, welche Bedürfnisse eure Gewohnheiten erfüllen.

Lasst euch nicht durch die Überschrift von euren guten Vorsätzen abhalten. Mit diesen Ratschlägen habt ihr ausgezeichnete Chancen sie einzuhalten und selbst, wenn ihr rückfällig werdet, habt ihr es mit jeder durchgehaltenen Minute bewiesen, dass es nicht unmöglich ist und es kann euch nichts und niemand davon abhalten es immer wieder zu versuchen!

Viel Glück und guten Rutsch!

Anton Jonas

GutenRutsch

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1 thought on “Zehn Gründe, warum eure Neujahrsvorsätze zum Scheitern verurteilt sind

  1. DAs ist eine wirklich bemerkenswert gute Liste, Kompliment! Meine Erfahrung ist auch, dass teilweise ganz konkrete Ziele sich nicht unbedingt so erreichen lassen, wie man es gern hätte, weil einfach zu viele andere Faktoren mit hineinspielen, auf die man nicht allein Einfluss hat. Wichtig ist dass man den großen Plan vor Augen hat, den man im Leben gehen möchte, und wenn man dem Stück für Stück näher kommt und diese Teilschritte sieht und würdigt, ist das schon sehr viel! Aber dazu ist es nötig, dass man auch seine eigenen Lebensziele und echten Bedürfnisse kennt, und die kennen leider viele nicht….

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