Personal Development

Wie ich mit Wasserfasten 2,4 kg in 4 Tagen abgenommen habe.

Das Experiment:

Ein Geständnis zu Beginn war der Plan „Sieben Tage“ nicht vier. Ich habe versagt und dennoch 2,4 kg abgenommen! 7 Tage Wasserfasten, um genau zu sein. Wasser ist erlaubt. Tee ist erlaubt. Sonst nichts. Keine Kaffee. Kein Obst. Kein Saft. Keine Kalorien für 7 Tage!

Warum wollte ich eine Woche fasten?

Fasten ist ein wichtiges Instrument in vielen Religionen. Viele religiöse Brauchtümer haben in Wirklichkeit Erklärungen, die viel wissenschaftlicher sind als sie auf den ersten Blick wirken. Schwein dürfen viele nicht essen, weil Schweine Allesfresser sind und früher eine Menge Krankheiten tragen konnten. Gleiches gilt für Meeresfrüchte. Beschneidung war früher nötig, weil man kein fließendes Wasser hatte. Ohne regelmäßige Duschen sammeln sich in der Gegen eine Menge Keime und Bakterien an. Gebete und Meditation wirken Stress entgegen und trainieren den präfrontalen Kortex. Ein Teil des Gehirnes, der uns hilft Entscheidungen auf Vernunft basierend zu treffen und uns nicht von unseren tierischen Instinkten und Gelüsten lenken zu lassen. Ohne präfrontalen Kortex wären wir im Prinzip wilde Tiere, die den ganzen Tag nur Fressen und Ficken würden. Sind wir auch so, aber ihr versteht schon… Ohne präfrontalen Kortex wird nicht mehr gearbeitet.

Fasten verbindet die Überwindung des tierischen Hirns mit vielen gesundheitlichen Vorteilen. Wir verbrennen Fett und nehmen ab. Wir verlieren deutlich weniger Muskeln als bei anderen Diäten, weil der Körper Wachstumshormone produziert, wenn man fastet. Wir räumen innerlich durch Autophagie auf. Ein Prozess, bei dem der Körper überflüssige Proteine im Körper auffrisst, um sich selbst zu ernähren. Das ist auch einer der Gründe, warum fastende Menschen selten überschüssige Haut haben. Haut ist einfach nur eine Form von Protein und der Körper verbrennt sie, um uns mit Energie zu versorgen.

Also habe ich aus religiösen Gründen gefastet? Ja. Und aus gesundheitlichen? Ja.. Unter anderem… Eigentlich war ich einfach größenwahnsinnig. Ich habe gelesen, wie Jesus für 40 Tage auf einen Berg geklettert ist und gefastet hat. Da dachte ich mir: Wenn Jesus das kann, warum sollte ich das nicht können? (Spoiler Alert: Ich konnte es nicht)

Wie fühle ich mich nach einer Woche Fasten?

Keine Ahnung. Nach 4 Tagen kann ich euch aber sagen. Da musste ich nämlich aufgeben. Ich fühlte mich schlapp und krank. Ich denke, mir haben die richtigen Mineralien und Vitamine gefehlt, um meinen Körper weiterhin funktionieren zu lassen. Das Fasten hat meine Gesundheit bedroht und deshalb musste ich aufgeben. Ich habe versucht kalt zu duschen, aber mein Körper hat sich nicht auf die Kälte umgestellt. Er wurde einfach kalt und blau, bis ich mich schnell abtrocknen musste. Ich habe versucht zu meditieren, aber mein Kopf hat gedröhnt und mein Herz hat gepocht, als hätte ich mir Kaffee in die Venen gespritzt und meine Brust hat sich eng angefühlt. Ich hatte Atemnot. Wenn ich nicht entspannt wäre, hätte ich gesagt, dass ich eine Panikattacke hatte!

Dazu kam, dass mir jedes mal schwarz vor Augen wurde, als ich aufgestanden bin und eine Beine sich angefühlt haben wie Wackelpudding.

Irgendwas stimmte nicht. So klingen die Berichte der Fastenden nicht und ich werde sicher mein Glück wieder versuchen, wenn mein Körper sich erholt hat. Letztendlich habe ich eine Erfahrung fürs Leben gemacht und eine ordentliche Menge Fett verbrannt. Mein Körper hat gelernt, dass er Zucker nicht braucht und mein Geist war stärker als das Gefühl des Hungers. Das Fasten war ein Erfolg und ich bin noch nie so gerne gescheitert wie an Tag 4 meines Experiments.

Das Protokoll:

Tag 1:

Sonntag Abend habe ich das letzte Mal etwas gegessen. Heute haben wir Montag, den 21.08.2017. Ich wiege 78,5 Kg und bin knapp 1,80m. Fühle mich leicht pummelig. Ich habe einen relativ hohen Anteil von Muskeln, deshalb verteilt sich mein Fett ganz gut, aber man merkt, dass ich nicht mehr schlank bin. Engere Kleidung steht mir nicht so gut wie ich es gewohnt bin und viel zu oft entscheide ich mich für Geschmack statt Gesundheit. Das muss sich ändern und Fasten ist der einfachste Weg ein Zeichen zu setzen und meine Essgewohnheiten neu aufzubauen, nachdem ich sie vernichtet habe. Das ist nicht das erste Mal, dass ich das tue und es hat immer für einige Monate funktioniert. Daher zweifle ich nicht am Erfolg. Aber eine Woche habe ich noch nie gefastet. Ich bin gespannt, wie mein Körper und mein Geist darauf reagieren wird.

Tag 2:

Dienstag der 22.8. 77,8 kg. Das erste Wassergewicht ist abgefallen. Vielleicht sind 100- 200 Gramm davon, tatsächlich verbranntes Fett. Auf jeden Fall fühle ich mich schon schlanker und leichter. Ein leerer Bauch sieht nun mal besser aus. Heute habe ich einen freien Tag. Das bedeutet ich werde mich nur selbst vor dem Hunger ablenken können. Aber ich habe durch das Intervallfasten  bereits Erfahrung damit und Hunger fühlt sich mittlerweile nicht schlimmer an als Langeweile. Es ist faszinierend, wie viel Energie und Zeit frei wird, wenn man zu Hause nichts zu essen hat. Wäre mein Kühlschrank voll, dann müsste ich mit mir Ringen, aber die Hürde, um mein Fasten zu brechen, ist groß. Ich müsste…duschen, aber das liegt nur daran, dass es noch früh am morgen ist. Waschen werd ich mich noch. Versprochen!Ich müsste mich straßentauglich umziehen. Ich müsste einkaufen gehen. Ich müsste dort aussuchen, was ich essen will und in der Schlange stehen. Klingt nicht viel, aber im Vergleich zu „Ich gehe jetzt in die Küche und stopfe mir ins Maul, was mir als erstes zwischen die Finger Gerät“ ist es eine große Hürde! Dadurch brauche ich weniger Energie zur Überwindung des Hungers und

habe viel Zeit und Energie. Das spüre ich bereits am Morgen, Ich habe ausgeräumt und aufgeräumt. Alles was ich nicht brauche ist jetzt im Müll. Alles was einen spezifischen Ort hat, liegt jetzt auch an diesem. Ich schreibe gerade diesen Artikel, was der zweite Text ist, den ich heute verfasse! Ich plane meine Zukunft. Ich habe bereits meditiert! Ich trinke meine zweite Tasse Tee. Tee wird mein stetiger Begleiter in der Fastenzeit. Grüner Tee zum Anregen. Zitronenminze für die Geschmacks- und Geruchsknospen.(Werden Gerüche durch Knospen war genommen? Werden Geschmäcker durch Knospen wahrgenommen? Ich werde recherchieren müssen…) Ingwer für Gesundheit und gegen Kälte. Das ist mein Dreamteam. Grüner Tee, Zitronenminze, Ingwer. Exoten wie Roiboos Tee sind nur für die Abwechslung da.

Fazit für Tag 2: Ich bin extrem produktiv und aufgeladen. Habe bereits das erste Gewicht verloren und ich liebe Tee!

Tag 3:

23.8. 77,2 kg nachdem ich 0,4 Liter getrunken habe. Also wären 76,8 realistischer. Ich habe verpennt mich mit leerem Magen zu wiegen. Ich spüre wirklich einige Symptome und Schwächen. Ich fange an zu zweifeln, weil ich mich unterzuckert fühle. Mein Kreislauf ist empfindlich. Heiße Duschen machen mich platt. Ich musste mich erst mal einfach nur hinsetzen, weil mir schwindelig wurde. Haare ungekämmt saß ich und wartete bis mein Kreislauf mir das aufstehen erlaubt. Unterwegs genau dasselbe. Mein Körper reagiert auf Anstrengungen einfach extrem empfindlich. Ich habe mehrmals am Tag Schwindelgefühle und habe generell weniger Energie. Die versprochene Energie durch Ketone fehlt mir. Meine Augen sehen klarer und alles fühlt sich besser an. Mein Körper konzentriert sich auf seine Stärken, aber meine Muskeln sind sehr schnell erschöpft. Ich habe Kopfschmerzen. Mein Herz rast. Ein wirkliches Zittern spüre ich nicht in den Händen. Meine Beine fühlen sich aber definitiv schwächer an als ich es gewohnt bin. An Tag 3 aufzugeben wäre wirklich schade. Ich werde heute recherchieren, wie andere sich beim Fasten gefühlt haben. Wenn keine Besserung in Sicht ist, werde ich morgen aufhören müssen. Arbeit und pures Wasser/Tee-Fasten kommen nicht in Frage.

Tag 4:

24.8. 76,2 kg. Es reicht. Ich bin raus. Ich habe es noch bis zum späten Nachmittag hinausgezögert, aber selbst an einem freien Tag, den ich fast ausschließlich auf der Couch verbracht habe, wurde mir ständig schwindelig und ich fühlte mich einfach krank. Ich hab das Fasten gebrochen. Ich bin stolz auf meine Leistung, aber man soll mit dem Fasten nicht seine Gesundheit aufs Spiel setzen.

Refeed:

Man hört viele Geschichten darüber, was passiert, wenn man nach dem Fasten anfängt wieder zu essen. Mir ist davon nichts passiert. Ich musste nicht langsam anfangen. Ich habe nicht kleine Portionen essen müssen. Ich hab mich nicht übergeben. Ich hab ganz normale gegessen(wenn auch etwas mehr als an anderen Tagen). Der große Unterschied ist nur, dass ich viel weniger Bedarf nach Zucker hatte und viel lieber Fett und Eiweiß zu mir nehme. Ich brauchte Energie, um meinen Körper wieder aufzubauen, aber den Zustand der Ketose wollte ich nicht gleich verlassen. Mittlerweile sind 4 Tage vergangen und ich bin mehr oder weniger fit. Mein Herz hat immer noch die Tendenz schneller zu pochen und kalt Duschen werde ich noch 3-4 Tage weglassen, weil mir immer noch schnell kalt wird, aber ich habe wieder Energie, mir wird nicht schwindelig und bis auf da Fett hat mein Körperbau sich auch wieder erholt.

Fazit:

Ich würde das Fasten jedem empfehlen. Ich persönlich werde daraus eine regelmäßige Gewohnheit machen. Einmal im Monat werde ich versuchen für eine Woche zu fasten. Nächstes Mal werde ich meinen Körper allerdings mit Vitaminen versorgen, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Versucht es selbst und lasst mich wissen, wie es euch ergeht! Besiegt euren Körper und überwindet das Tier in euch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.