Personal Development

Glaubst du Multitasking macht dich effektiver?

Wenn wir es besonders eilig haben etwas zu erledigen,warum machen wir es dann nebenbei?

Warum reagieren wir gereizt ,wenn jemand versucht mit uns zu reden,während wir fernsehen oder ein Buch lesen. Aber wir glauben,dass es keine Nachteile hat beim Autofahren über die Freisprechanlage zu telefonieren?

Wie können wir sauer auf Gesprächspartner sein,die ständig mit ihrem Handy herumspielen,aber gleichzeitig überrascht sein,wenn jemand sagt,dass Multitasking nicht funktioniert?

Ähnlich wie 90% der Autofahrer sich für überdurchschnittliche Fahrer halten, überschätzen wir gnadenlos unsere Multitaskingfähigkeiten. Macht selbst den Test und schaut wie lange ihr das Spiel mitmachen könnt,bevor es zu viel wird:

http://www.kongregate.com/games/icylime/multitask

Falls es zu viel englisch ist. Balanciert Feld  1 mit den links/rechts Pfeiltasten. Weicht auf Feld 2 mit den Hoch/Runter Pfeiltasten auf und sammelt die Quadrate in Feld 3 mit den WASD tasten. Weiter bin ich leider nicht gekommen. 🙂

Existiert Multitasking?

Es mag merkwürdig klingen etwas in Frage zu stellen,was so etabliert im Alltag jedes Menschen ist, aber denkt eine Minute zurück,als ihr das Spiel probiert habt. Wie viele Sachen habt ihr wirklich gleichzeitig gemacht?Wenn ihr ehrlich seid, war es immer nur eine.Wir machen Sache 1 bis uns etwas auf  Sache 2 aufmerksam macht und dann machen wir kurz Sache 2 bevor wir wieder zurück zu Sache 1 springen, uns fragen wo wir eigentlich waren und dann erst wieder bereit sind uns auf Sache 1 zu konzentrieren,bis Sache 2 oder 3 unsere Aufmerksamkeit erobern.

 

Wie viel Schaden verursacht Multitasking?

Bevor wir mit Zahlen und Experimenten jonglieren sollte jeder sich selbst fragen wie er etwas schneller erledigen kann,wenn er sich regelmäßig neu orientieren muss,wie ich es oben erwähnt habe und dazu auch noch im Hinterkopf den Gedanken „ich wette gleich kommt wieder die nächste Unterbrechung…“ als Stressfaktor.

Jetzt zu den Zahlen: 588 Milliarden Dollar soll die amerikanische Wirtschaft durch Multitasking laut Spiegel verlieren und nach einem anderen Experiment im selben Artikel sollten Arbeiter in 2 Gruppen geteilt worden sein und während Gruppe A zusätzliche Emails zugeschickt bekommen hat(Multitasking) hatte Gruppe B „nur“ den Nachteil,dass sie vor der Arbeit gekifft haben. 3 Mal dürft ihr raten welche Gruppe schlechter abgeschnitten hat:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/e-mail-flut-und-handy-terror-buerowahnsinn-kostet-unternehmen-milliarden-a-495292.html

 

Soll ich ab jetzt stur eine Sache nach der anderen machen?

Nein keine Sorge,den Fehler hab ich für euch schon selbst gemacht,damit ihr es nicht machen müsst. Ich hab das als eines meiner monatlichen Experimente einen Monat lang stur durchgezogen. Ich habe beim Essen nicht geredet,nichts gehört und nichts geguckt. Ich hab meine MP-3 Player zu Hause gelassen. Ich hab nie mehr als 1 Tab in max. einem Browserfenster geöffnet gehabt! Das Ergebnis war interessant,aber nicht nachahmungswürdig. Es war interessant zu sehen,wie schnell ich „satt“ war,wenn ich mich beim essen gelangweilt habe. Nicht ganz überraschend war es auch,dass ich dann dementsprechend früher wieder Hunger bekommen habe,weil  ich doch  mehr gelangweilt als satt war.Ohne Musik im Ohr waren meine Ausflüge nicht besonders unterhaltsam und ich hab mehr Motivation gebraucht um uninteressante Sachen zu tun wie Einkaufen zu gehen.(Wenn ich sage „Sachen wie“ meine ich eigentlich nur das. Andere Beispiele fallen mir nämlich nicht ein)

Auf der anderen Seite war ich viel produktiver wenn es um echte Denkarbeit ging und ich hatte auch deutlich mehr Ausdauer in dem Bereich.

Mein Fazit:

Finger weg vom Multitasking.Aber je grobmotorischer eine Aufgabe ist,desto mehr kann man sich eine Ablenkung erlauben. Gehen,Essen und Warten sind Dinge bei denen man ruhig mit meinem Segen multitasken darf. So bald man Entscheidungen treffen muss und Lösungen sucht,wird es aber Zeit seine volle Aufmerksamkeit der Aufgabe zu widmen.

 

Gruß

Anton Jonas

 

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2 thoughts on “Glaubst du Multitasking macht dich effektiver?

  1. Hi,
    du hast vollkommen recht das Multitasking schlechtere Ergebnisse wie Monotasking abliefert und habe deswegen deinen Artikel mit Freude gelesen.

    Aber 2 Gedanken, als erstes das Multitasking der amerikanischen Wirtschaft 588MRD $ kostet. Weil es amerikanisch ist, fehlt die relation um einschätzen zu können was diese Zahl aussagt. Es geht wohl um das BIP der USA zum Erstellungszeitpunkt der Studie. Beispielsweise zur Zeit ist es 15mrd $ , wären also ca 3,8% wirtschaftlicher Schaden.

    Aber auch bei der Musik möchte ich einen Gedanken einbringen… Die Musikarten sind meiner Meinung nach sehr unterschiedlich; Rock, Hip-Hop, Rap, Volksmusik, usw… lenken übelst ab, vor allen durch die Stimmen und den Gesang, also totaler Multitaskingeffekt.

    Allerdings monotone elektronische oder klassische Musik lenkt vielleicht kurz am Anfang ab, danach stellt sich der Körper auf den Rythmus ein und ich werde viel fokkusierter.
    Du kannst es ja selbst an folgenden Musikstück testen : http://www.youtube.com/watch?v=bPAcYR5YtoA

    Ich weiss auch nicht ob es nur mein individueller Eindruck ist und es heisst auch nicht das ich gegen Hiphop oder Rock bin, aber ich setze Musik öfters taktisch ein.

    Einen schönen Wochenbeginn wünsche ich dir.
    Christian

    1. Hey
      danke, gleichfalls!

      Die Zahlen aus dem Spiegel sind natürlich mehr oder weniger aus der Luft gegriffen,weil es unmöglich ist die Auswirkung von Multitasking in Zahlen darzustellen,aber ich zitiere trotzdem gerne solche Artikel,damit
      man sieht,dass ich nicht der einzige bin,der sich mit dem Thema beschäftigt hat.

      Zum Thema Musik: Da kann ich dir definitiv nicht widersprechen.Ich glaube sogar in einem fremden Blog vor kurzem dasselbe gesagt zu haben. 🙂 Instrumentale Musik kann nützlich sein,wenn man sich konzentrieren möchte,aber bei absoluter Stille dazu neigt mit den Gedanken vom Thema abzuschweifen. Musik mit Stimmen funktionieren nicht,weil man im Kopf immer mitsingt,was dazu führt,dass man den Gedankenfaden verliert auf den man sich eigentlich konzentrieren wollte.
      Wie ich im Artikel gesagt habe,wenn man nichts anderes macht als „Gehen,Essen oder Warten“ spricht nichts dagegen sich durch Gesang jeglicher Form abzulenken.

      Gruß
      Anton Jonas

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