Philosophie

[Leseprobe] Gute Ausreden

.

Gute Ausreden

Vorwort

Das ist eine Leseprobe aus meinem Buch. Wenn also einige Formulierungen im Kontext eines Blogs keinen Sinn machen, fragt euch „Kann es daran liegen, dass es aus dem Kontext eines Buches herausgerissen worden ist?“ und „Wie kann ich Anton dabei helfen, die Weltherrschaft an sich zu reißen?“ , wenn ihr schon dabei seid euch Dinge zu fragen, die ich euch sage.

„Der Mann, der glaubt, dass er es kann und der Mann, der glaubt, dass er es nicht kann, haben meistenfalls beide Recht.“ Henry Ford

Ich bin sicher, viele haben jetzt Lust sofort loszulegen, aber der innere Schweinehund lässt sich nicht so leicht mit Logik und Motivation besiegen. Wenn nicht heute, dann wird er morgen anfangen die ersten Fragen, Zweifel und Ausreden aufzuwerfen, um unseren Erfolg zu sabotieren. Hier versuche ich ihm zuvorzukommen…

„Ich bin zu alt“

Zuerst einmal möchte ich mich bei ihnen bedanken, dass sie ihre Urenkel gebeten haben, dieses Buch aus „diesem Internetz“ zu bestellen. Ich weiß, dass die vielen blinkenden Lichter und neumodischen Begriffe sehr angst einflößend sein können, aber jemand der den zweiten Weltkrieg überstanden hat, kommt sicher auch damit zurecht.

Ich kann ihre Sorge nachvollziehen, schließlich stellt in vielen Veränderung körperliche Gebrechlichkeit ein großes Problem dar und je älter man wird, desto größer und verwundbarer wird das Ego.

Man hat ja sonst nichts außer dem Ego und wenn man neue Dinge ausprobiert, läuft man Gefahr zu scheitern und sich zu blamieren.

Fazit: Reiß dich gefälligst zusammen, du alter Sack! Wenn 80-Jährige Marathons laufen und immer mehr Menschen über hundert Jahre alt werden, wirst du es jawohl schaffen, morgens auf ein Brötchen zu verzichten oder abends ein Bier weniger zu trinken.

„Ich habe schon alles probiert“

Das ist ja ein verrückter Zufall. Du wusstest schon alles, was in diesem Buch steht und konntest alles durch persönlicher Experimente widerlegen? In dem Falle muss ich natürlich akzeptieren, dass ich dir nicht helfen konnte. Es sei denn natürlich, du redest Blödsinn und es ist für dich einfach bequemer, deinen unangenehmen (sonst würdest du das hier doch nicht lesen und seien wir ehrlich, jeder hat Raum für Verbesserungen) Status quo beizubehalten, als deine Komfortzone zu verlassen und dich dort herumzutreiben, wo du dir deine Knie aufschürfen könntest.

Fazit: Wenn du nicht im wahrsten Sinne des Wortes ALLES probiert hast, ist deine Ausrede vielleicht absoluter BLÖDSINN! Kann das sein?

„Mein Fall ist speziell. Niemand versteht mich und wie schwer es für mich ist.“

Absolut richtig. Und das sage ich diesmal ohne Ironie. Niemand versteht dich. Egal wie gut du kommunizieren kannst, niemand wird dich absolut verstehen können. Ich verrate dir noch etwas. Deine spezielle Lage interessiert auch niemanden. Niemand will sich freiwillig in deine negative Lage versetzen. Wenn du darauf wartest, dass jemand kommt, der dich versteht und aus Mitleid deine Arbeit für dich macht, kannst du dich auch gleich als hoffnungslos betrachten. Der einzige Mensch, der dich aus deiner Lage befreien kann, bist du und alles was du dafür brauchst, ist in deinem Kopf und in diesem Buch. Willst du wissen, was viele Menschen verstehen?

Was viele Menschen genau hören wollen? Eine gute vorher-nachher-Geschichte und den vorher-Part scheinst du bereits gemeistert zu haben. Herzlichen Glückwunsch!

Fazit: Natürlich ist es nicht für jeden gleich schwer, sich zu verändern, aber was bringt einem diese Einsicht? Helft euch selbst und wenn es nur bedeutet, aktiv nach Hilfe zu suchen (wenn euer Problem beispielsweise psychologisch oder gesundheitlich ist). Mit Passivität kommt man aus keinem Loch.

„Ich kenne jemanden, der hat es einfach von heute auf morgen geschafft.“

Das freut mich. Versuch du es auch von heute auf morgen. Und wenn du es überraschenderweise wieder nicht schaffst, komm zurück und lies das Buch nochmal. Es gibt Einzelschicksale, die alles widerlegen können.

Würdest du einen Sprung aus dem fünften Stock überleben?

Ein betrunkener Mann aus Russland hat es zweimal geschafft. Betrunken ist er im Streit mit seiner Frau vom Balkon gesprungen und während sie ihn annörgelte und einen Krankenwagen rief, ist er nochmal gesprungen, um sich ihr Gezeter nicht anhören zu müssen. 15 Meter freier Fall sind ein kleiner Preis, für ein wenig Ruhe, nicht wahr? Davongetragen hat er nichts als ein paar Kratzer und man hat ihm noch am selben Tag aus dem Krankenhaus entlassen.

Fazit: „Ausnahmen bestätigen die Regel“ ist keine leere Floskel. Man sollte sich an Prinzipien halten und nicht an Anekdoten und Sonderfälle.

„Ich fange morgen an.“

Zu dem Thema gibt es ein interessantes Experiment. Im Interview hat man die Teilnehmer gefragt, ob sie Süßigkeiten oder Bananen essen wollen, wenn sie in 2 Wochen zum Experiment auflaufen und 75%* haben sich für die Bananen entschied. Am Tag des Experiments haben sich dann 80%* ohne groß zu überlegen an den Süßigkeiten bedient ohne die Bananen auch nur mit dem Hintern anzugucken. Wir haben die Tendenz von unserem zukünftigen Ich deutlich mehr Disziplin zu verlangen, als unser gegenwärtiges Ich jemals liefern kann.

Fazit: Wer heute nicht den Willen hat anzufangen, wird ihn auch morgen nicht haben.

*Die Zahlen hingen so lange in meinem Kopf, dass ich nicht meine Hand dafür ins Feuer legen würde. Die Quelle(ein Ted-Talk) ist leider nicht aufzufinden.

„Was wäre, wenn ich statt…“

Wenn ich mich dabei ertappe, das zu denken, gehen in meinem Kopf die Alarmsirenen los.

„Die Diät sagt, ich sollte so viel essen wie ich will, aber was wäre, wenn ich stattdessen noch weniger esse? Als übergewichtiger Experte für Ernährung kann ich mich unmöglich täuschen. Ich werde dann garantiert noch mehr abnehmen! Was wissen schon die Experten?“;

„Alle Sportler und Fitnessexperten sagen, dass man jeder Muskelgruppe mindestens jeden zweiten Tag eine Pause geben soll, aber was wäre, wenn ich stattdessen jeden Tag trainiere? Als untrainierter Anfänger kann ich mich unmöglich täuschen. Dann werde ich garantiert doppelt so viele Muskeln bekommen!“

Ich habe mir einfach zu häufig die Finger verbrannt, wenn ich versucht habe etwas besser zu machen als die Experten. Das ist eine Einsicht die jeder für sich selbst machen muss und ich bezweifle, dass ich viel durch diesen Text bewirken werde. Aber ich habe euch gewarnt!

Fazit: Ihr wisst es vielleicht besser als ich, aber ihr werdet was auch immer ihr ändern wollt, nicht so gut wissen, wie die Experten auf dem jeweiligen Gebiet. Sonst würdet ihr es nicht ändern müssen.

„Was sollen denn die Nachbarn von uns denken?“

Elsa:“ Werner?…Werner?!…WERNER!!!“

Werner:„Was ist denn? Ich bin doch nicht taub, Weib!“

Elsa: „Weißt du noch, der Nachbar über den alle in der Nachbarschaft immer reden, weil er der Mittelpunkt der Welt ist?“

Werner:„Der Nachbar, der alles genauso macht, wie der Rest und überhaupt nichts hat, was ihn von all den anderen Nachbarn unterscheidet? Natürlich! Was hat er diesmal gemacht? Hat er wieder vergessen sich die Haare zu kämmen, bevor er den Müll rausbringt?“

Elsa: „Schlimmer. Er hat angefangen zu joggen. Der verrückte will doch tatsächlich gesünder werden!“

Werner: „Unfassbar! Lass uns immer wenn er gerade nicht guckt mit dem Finger auf ihn zeigen und so stark lachen, dass wir mit der anderen Hand unsere fetten untrainierten Bäuche halten müssen.

Jetzt habe ich zumindest mich selbst zum Lachen gebracht und kann euch ein realistischeres Szenario liefern:

Tag 1:

Mandy: „Hehe. Der Nachbar hat angefangen zu joggen.“

Kevin: „Hehe. Der ist genauso faul wie wir. Das hält der niemals durch.“

Tag 2:

Mandy: „Oh. Der Nachbar ist wieder joggen gegangen!“

Kevin: „Pff. Hoffnungslos. Darauf würde ich unseren Fliesentisch verwetten.“

Tag 3:

Mandy: „Der Nachbar joggt immer noch.“

Kevin: “ Hmmm…“

Tag 4:

Mandy: „Der Nach…“

Kevin: “ JAJA. Der Nachbar. Der Nachbar. Der Nachbar. Wenn du ihn so sehr liebst, dann heirate ihn doch!“

Mandy: „Vielleicht mache ich das auch. Er sitzt wenigstens nicht den ganzen Tag nur auf der Couch herum.“

Kevin: „Jetzt reicht es! Immer hackst du auf mir rum und jetzt machst du auch noch dem Nachbarn schöne Augen? Es ist aus. Ich nehme zwei Kinder und den Fernseher. Den Rest kannst du behalten!“

Fazit: Niemand interessiert sich für euch. Solltet ihr jedoch jemandem auffallen, dann werden sie nur Gutes von euch denken, wenn ihr zeigt, dass ihr es auch ernst meint.

„Was ist, wenn ich versage? Versage wie ein versagender Versager. (Die schlimmste Sorte von Versager) Ich wäre genau da, wo ich jetzt sowieso schon bin. Der Gedanke ist unerträglich!“

Tut mir leid. Der Sarkasmus sprudelt einfach aus mir heraus. Ich kann nicht einmal mehr die Ausrede so aufschreiben, als würde ich sie ernst nehmen.

Die Angst vor dem Versagen entsteht in unserer Kindheit, wenn wir für unsere Intelligenz gelobt werden und nicht für unseren Fleiß. In einer meiner Lieblingsstudien, hat man Kindern eine leichte (aber zeitaufwendige) Aufgabe gegeben und nach dem Lösen der einen Hälfte gesagt: „Wow. Super. Du musst dir richtig viel Mühe gegeben haben!“ und der anderen Hälfte: „Wow. Super. Du musst richtig schlau sein!“. Ratet mal, welche Gruppe bei der zweiten (unlösbaren) Aufgabe 50%* länger gearbeitet hat, bevor sie aufgegeben hat und welche Gruppe so getan hat, als hätte sie sowieso keine Lust diese blöde Aufgabe zu lösen.

Fazit: Scheitern sagt nichts über unseren Charakter aus. Wenn ihr es aber gar nicht erst versucht oder beim ersten Scheitern aufgebt, sagt das eine Menge.

*Wieder eine Zahl aus meiner Erinnerung

„Das ist doch alles Blödsinn. Ich habe noch nie davon gehört!“

Die Erklärung dafür ist ziemlich einfach. Konzepte verkaufen sich nicht so gut wie Geschichten. Und erfundene Geschichten verkaufen sich besser als wahre. Wenn jemand fragt, wie ihr abgenommen habt und ihr fang an ihm zu erzählen, dass ihr aufgehört habt Videospiele zu spielen und seit dem viel mehr Disziplin habt, weil ihr eure mentale Energie nicht mehr verschwendet, wird er nur die Stirn runzeln oder so mit den Augen rollen, dass man ihm das „Noch so eine verrückte Diät“ an der Stirn ablesen kann. Aber wenn ihr sagt (bevorzugt mit einer tiefen Stimme und besprenkelt mit einigen Grunzgeräuschen und ein paar Brustklopfern) : „Ich habe einfach entschlossen mein Leben in die eigene Hand zu nehmen und habe mich zusammengerissen. Ich bin ein männlicher Mann (Frauen müssen hier improvisieren) und wenn ich mir etwas vornehme, dann halte ich das Dank meines eisernen Willens auch durch!“, dann habt ihr euren Gesprächspartner beeindruckt. Herzlichen Glückwunsch! Damit gehört ihr ihr zu den Leuten, die ihr Ego über den Nutzen der Gesellschaft stellen. Auf der Rangliste dieser Leute seid ihr unter den „Ich kann einfach alles essen ohne dick zu werden“-Models, aber über den „Ich habe mir alles selbst erarbeitet!“-Millionären.

Fazit: Wenn man nur Dinge macht, die man schon kennt, bekommt man auch die Ergebnisse, die man schon immer bekommen hat.

„Aber was ist mit den Kindern? Kümmert sich denn niemand um die Kinder?!? „

Okay. Vielleicht wollte ich unbedingt zehn Dinge auflisten und habe diese kultige Simpsonsszene als Platzhalter benutzt, aber denken wir doch tatsächlich mal an die Kinder. Wenn ihr Kinder in eurem Umfeld habt, solltet ihr merken, dass es unheimlich schwierig ist, sie dazu zu bringen etwas zu tun, was man selbst nicht tut, während sie wie durch Magie die Verhaltensweisen und Meinungen ihres Umfeldes übernehmen, ohne jemals dazu gezwungen worden zu sein. Könnt ihr euch vorstellen, dass solche Kinder von einem entspannten gesunden Menschen, der sein Leben im Griff hat profitieren könnten? Ich auch nicht! Lasst uns weiter Cola trinken und Pommes essen, während wir unseren Kindern einhämmern, dass sie Broccoli essen sollen.

Fazit: Seid ein Vorbild. Das fühlt sich besser an, alle Zigaretten, die ihr rauchen jemals rauchen werdet und jeder Hamburger, den ihr jemals essen werdet.

Nachwort

Wie ist das eigentlich, wenn man ein Kapitel mit so einem pompösen Abschnitt einleitet, dass man ihn als „Vorwort“ betitelt? Muss man dann auch den letzten Absatz als „Nachwort“ bezeichnen? Und wenn der Inhalt für sich selbst spricht und man am Ende nichts mehr zu sagen hat, kann man seine Leser mit blöden Fragen von dieser Tatsache ablenken?

Teilt mir eure Meinung jetzt mit auf: Twitter,Facebook, Tomatr, Brillspace, Glassbook und TeedIn mit. (wenn jemand soziale Netzwerke gründet und meine Fantasienamen benutzt, die garantiert nicht auf Gegenständen aus meinem Blickfeld basieren, will ich wenigstens 10% der Aktien, bevor ihr von Google oder Facebook aufgekauft werdet!

mit kapitalistischen Grüßen

Anton Jonas

p.s.

Das war das letzte Kapitel, dass ich für mein Buch verfasst habe. Wenn ihr einen Blick auf die anderen Kapitel werfen wollt, bevor sie in überarbeiteter Form veröffentlicht werden und nicht für weniger als 5€ zur Verfügung stehen, dann tretet unserer Facebookgruppe

https://www.facebook.com/groups/1586610818227591/

bei und ladet dort die Vorversion meines Buches gratis herunter.

4 thoughts on “[Leseprobe] Gute Ausreden

  1. hallo, nett geschrieben – da bin ich ja froh, dass ich noch nie mit rauchen angefangen hab und zu diziplinlos bin es endlich anzufangen 😉

    Lg line

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.