Personal Development

Leo Babautas Ansicht zum Thema Disziplin (und mein Widerspruch)

   
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Leo Babauta der Autor von zenhabits.com und Büchern wie „Zen To Done“ und „Weniger bringt mehr“ hat sich zu dem Thema Disziplin in seinem Blog geäußert.

Discipline is an illusion; Motivate yourself instead


Seine These ist simpel:
Es gibt keine Disziplin!

Jede Aktion die für Menschen von außen wie Disziplin wirke,wie in seinem Beispiel das morgendliche Joggen sei in Wirklichkeit einfach das Ergebnis von Motivation.Er gehe morgens raus aus der Tür und laufe nicht,weil er sich durch Disziplin dazu zwingen würde,sondern aus dem einfachen Grund,dass er es will.

Ein weiteres Beispiel ist ein Soldat,der jeden Morgen sehr früh aufsteht,eine strikte Morgenroutine hat, inklusive Laufen,Push-Ups und Sit-Ups und einer gesunden Ernährung.

Aber er ist eben auch ein Soldat,der sich diesen Lebensstil selbst ausgesucht hat und die Gewohnheiten des Militärs bewusst gewählt hat.Das setzt eine Form von Motivation voraus und nicht Disziplin.

Er lebt in einem ständigen Wettkampf mit seinen Kollegen. Ein guter weiterer Grund möglichst diszipliniert zu wirken.

Er trägt Verantwortung,steht unter öffentlichem Druck sich so zu verhalten,Vorgesetzte die ihn prüfen,Belohnungen für sein Verhalten,ein Erfolgsgefühl,wenn er zu seinen Gewohnheiten steht, Freunde die mit ihm zusammen trainieren.

Ein Haufen Gründe für sein Verhalten die alle nicht von Disziplin abhängen.Ohne all diese Gründe würde der Soldat wahrscheinlich nicht so diszipliniert wirken und nur weniger seiner anstrengenden Gewohnheiten beibehalten.

Neben 5 Tipps aus diesem Artikel verlinkt er zu einem älteren Beitrag zum Thema Motivation. http://zenhabits.net/discipline-is-illusion-motivate/

Wer also diszipliniert wirken soll, müsste sich völlig auf eine Gewohnheit konzentrieren,dieses präzise vorausplanen,seine Umgebung auf dieses Ziel ausrichten(wie der Soldat) und die Erfolgserlebnisse genießen.

Meine Ansicht:

Ich weiß nicht ob Leo immer noch der selben Meinung ist wie er es 2007 war. Ich persönlich gebe ihm recht,wenn er sagt,dass Disziplin wegfallen würde,wenn uns die Motivation ausginge. Was ich aber nicht so stehen lassen kann ist die Idee,dass es keine Disziplin gibt. Die Fähigkeit des Menschen sich zu beherrschen und Dinge zu vermeiden,die kurzfristig deutlich angenehmer wären wurde schon in verschiedensten Studien erforscht und nachgewiesen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ego-Depletion (Disziplin ist eine universale,verbrauchbare Ressource,die zur Selbstkontrolle benötigt wird)

(Disziplin nimmt mit der Zeit ab und wird nur durch Ernährung und Schlaf wieder regeneriert)

Während die richtige Motivation und positive Einstellung uns helfen kann,den Verbrauch von Disziplin zu senken,halte ich es für übertrieben Disziplin völlig zu ignorieren.Gerade wenn wir uns verändern wollen müssen wir am Anfang eine bestimmte Menge Disziplin investieren,bis wir den Punkt erreicht haben,wo Gewohnheit und Motivation genügen um uns nicht mehr überwinden zu müssen.

Fazit:

Die Leser sind gut darin beraten,sich Leos Motivationstipps anzuschauen und möglichst viele davon anzuwenden.Wenn es allerdings schwierig wird sollte man sich lieber auf die Disziplin berufen statt einfach zu entscheiden „tja da war meine Motivation wohl nicht stark genug“.

Das Schema,dass ich anwende ist folgendes:

Ich formuliere eine Gewohnheit,die aus Auslöser,Routine und Belohnung bestellt. Schaue wie diese am besten in meinen Alltag passt und wende meine Restdisziplin solange an,bis die Gewohnheit zum Selbstläufer wird.

Ist es eine schwierige Aufgabe achte ich darauf,diese Gewohnheit zu einem Zeitpunkt zu erfüllen,an dem ich von Disziplin nur so strotze. Die schwierigsten Aufgaben erfülle ich immer als Teil meiner Morgenroutine. Mittelschwere Aufgaben nach einer meiner Mahlzeiten und leichte einfach wo es mir zeitlich am besten passt.

Gruß

Anton Jonas

P.S.:

Ich empfehle jedem der Englisch gut genug versteht,sich www.zenhabits.net anzugucken. Da sind extrem viele nützliche Dinge,die einem das Leben erleichtern oder verbessern. Leo ist ein absoluter Fachmann  und diese kleine Meinungsverschiedenheit ändert nicht,wie positiv ich über ihn denke.

 

4 thoughts on “Leo Babautas Ansicht zum Thema Disziplin (und mein Widerspruch)

  1. Super Artikel. Hab den Beitrag von Leo ebenfalls gelesen und werde damit auch nicht so richtig warm. Habe vor ein paar Tagen ein Blogger entdeckt, der diese Sichtweise 1 zu 1 übernommen hat, ohne anscheinend darüber nachzudenken. Da gefällt mir dein Widerspruch viel besser. 😉

    Gruß, Michel

    1. Danke fürs Lob. Der Artikel in deinem Magazin gefällt mir auch. Ich hab mich beim Lesen gefragt „Kann man wirklich Babauta,Robbins und co. verfolgen und anschließend alle Probleme in einem Artikel lösen wollen?“ Da bin ich wohl voll reingefallen. 😀

      Gruß
      Anton Jonas

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