Philosophie

Kennt ihr eure eigene Identität?

Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, wer ihr eigentlich seid?

Seid ihr in eurer Familie die selbe Person, die ihr unter Freunden oder bei der Arbeit/Schule seid?

Ich finde den Artikel nicht, der die Idee für meinen Post ausgelöst hat, aber die Idee, die ich daraus mitgenommen habe, war, dass Menschen sich durch die Augen anderer sehen und sich bis zum Charakter dadurch beeinflussen lassen. Das fand ich damals beim Lesen so beeindruckend, weil ich damit realisiert habe, wie wichtig uns die Meinung anderer ist. Wir verhalten uns in der Öffentlichkeit wie Roboter, wenn wir alleine sind, weil wir es nicht ertragen können, dass ein fremder Mensch, den wir wahrscheinlich zum ersten und letzten Mal sehen, schlecht von uns denken könnte. Wir( oder zumindest ich ab und zu 🙂 ) zerbrechen uns den Kopf über den Wortlaut eines Telefonats, weil wir ja nichts falsches sagen wollen.(Speziell bei Anrufbeantworternachrichten, die unendlich oft abgerufen werden können)

Es macht Sinn das Ganze mit dem psychologischen Ansatz zu erklären, dass unsere Eigenwahrnehmung langfristig darunter leidet, wenn wir wissen, dass da draußen jemand herumläuft, der einen Eindruck von uns und unserem Charakter hat, den wir uns nicht wünschen. Ein schönes Beispiel sind Menschen, die das Haus putzen, bevor die Putzfrauen kommen, weil diese sonst denken könnten, dass sie schmutzig und unordentlich wären. Wenn ihr mitten auf der Straße merkt, dass ihr doch in die andere Richtung gehen müsst, dreht ihr dann einfach spontan um oder guckt ihr auf euer Handy oder macht es anders möglichst offensichtlich, dass euch etwas eingefallen ist? Sonst könnte ja ein Fremder denken, wir wären verrückt und würden spontan völlig sinnlos die Richtung wechseln! Es gibt unzählige Beispiele, aber eins möchte ich noch hinzufügen, bevor ich weiterschreibe. Was macht ihr, wenn ihr im Supermarkt nicht findet, was ihr kaufen wollt? Es ist beinahe unmöglich an der Kasse mit leeren Händen vorbeizugehen, ohne zu denken „Oh Gott hoffentlich hält mich niemand für einen Dieb!“.

Was machen wir nun?

Jetzt wo wir geklärt haben, wie wackelig unsere Eigenwahrnehmung eigentlich ist, gilt es eine Lösung für das Problem zu finden. Leider habe ich das Problem noch nicht lösen können. Einen Ansatz habe ich allerdings. Allein das Bewusstsein, wie unlogisch diese Denkweise eigentlich ist, hat mir schon geholfen mich weniger davon einschränken zu lassen.

Schritt 1:

Erinnert euch daran, wie unlogisch solche Gedanken  sind und haltet die Augen nach Situationen offen, in denen ihr diesen Irrationalitäten begegnet.

Schritt 2:

Formt einen festen Kern von Qualitäten, die euch definieren und euch stolz machen. Es ist unmöglich sich nicht aus der Laufbahn zu bringen, aber am Ende des Tages sollte man sich daran erinnern, sich wieder durch die eigenen Augen zu sehen und Abstand von fremden Wahrnehmungen zu nehmen.

Schritt 3:

Kategorisiert die Menschen, denen ihr begegnet. Mir gefällt hier das Bild von einem Bundesligaspiel.

Wir haben Mitspieler(Freunde), die sich in der selben Situation befinden.

Wir haben Schiedsrichter(Eltern,Lehrer,Vorgesetzte…), deren Regeln wir befolgen müssen.

Wir haben Trainer(Mentoren,Vorbilder), die uns den Weg weisen können, aber meistens wenig Einfluss auf das eigentliche Spielgeschehen haben.

Wir haben Gegenspieler(Feinde,Konkurrenten,Arschlöcher), die alles dafür tun uns Versagen zu sehen.

Wir haben Ersatzspieler(entfernte Verwandtschaft und Bekannte), die uns ab und zu aushelfen könnten, aber in den meisten Fällen keine Rolle spielen.

Wir haben Zuschauer(Fremde), denen wir nicht öfter als 1-2 Mal im Leben begegnen werden.

Wir haben Fernsehzuschauer(Leute die von uns hören und uns beurteilen ohne uns jemals getroffen haben).

Schritt 4:

Hört auf die Schiedsrichter. Einigt euch mit euren Mitspielern und Trainern. Lasst euch nicht durch eure Gegenspieler aus der Ruhe bringen.  Macht euch keine Sorgen um die Zuschauer, solange eure Mitspieler und Trainer mit euch zufrieden sind. Und am wichtigsten: Ihr habt immer noch ein gesundes Selbstbild aus Schritt 2, auf das ihr zurückfallen könnt, wenn alle Stricke reißen.

FazitIch hoffe ihr hinterfragt nach dem Lesen zumindest, wie wichtig euch die Meinung Anderer ist. Vielleicht konnte ich bei euch einige Prioritäten zurechtrücken. 🙂

Gruß

Anton Jonas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.