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Guardiola und die erschreckenden Parallelen zu Jürgen Klinsmann bei Bayern München.

Er hat bei Bayern angefangen und versucht alles auf einmal umzukrempeln. Er hat Spieler verpflichtet,die außer ihm niemand für nötig hielt. Er hat sich auf Streitigkeiten mit der Presse eingelassen. Er hat Traditionen und die konservativen Meinungen der Verantwortlichen ignoriert. Er hat sich bei den Platzhirschen in der Mannschaft nicht beliebt gemacht. Er hat nicht die sozialen Fähigkeiten,  Stars in ein Rotationssystem einzufügen. Er hat mit taktischen Mitteln experimentiert, die keiner seiner Spieler beherrschte.

Und hättet ihr nicht den Titel meines Artikels gelesen, wäret ihr jetzt wahrscheinlich schockiert zu erfahren, dass ich über Guardiola und nicht über Jürgen Klinsmann rede!

Zu viele Veränderungen

Es kostet Energie sich an Veränderungen zu Gewöhnen. Energie,die den Spielern hinterher auf dem Platz fehlt.  Energie, deren Fehlen im Umfeld die Stimmung drückt.  Energie,die Verantwortliche brauchen um gute Entscheidungen zu treffen. Bei Klinsmann waren es die Buddhas,die symbolisch für zu viele Veränderungen standen.

Was hat sich bei Guardiola verändert?

Er greift( im Gegensatz zu Heynckes ) direkt ins Training ein.

Er zeichnet das Training auf Video auf und analysiert wichtige Teile mit der gesamten Mannschaft.

Er schränkt das öffentlichte Training ein.

Die Spieler müssen gemeinsam Frühstück und zu Mittag essen.

Er nahm fast 30 Spieler mit ins Trainingslager.

Ich würde schon sagen,dass das ganz schön viele Veränderungen für eine so kurze Zeit sind.

 

Guardiolas Landon Donovan.

Klinsmann hat viel Prestige verloren, als er Landon Donovan überraschend nach München holte(auch wenn es bei einer Leihe geblieben ist) und versuchte, ihn zwingend in das Team zu integrieren. Verantwortliche und Fans waren überrascht,weil sie überhaupt keinen Bedarf sahen.

Guardiola hat entschieden, Thiago in ein Team zu zwängen, bei dem man bereits vorher diskutierte, ob noch genug Platz für Kroos  und Shaqiri war. Jetzt scheint selbst Schweinsteiger zu wackeln und Gustavo vor dem Abschied zu stehen! Magaths Ruf hat zwar in letzter Zeit gelitten, aber auch er als erfahrener Bundesligatrainer sieht Probleme mit Thiago.

Ärger mit der Presse

Die Presse reagierte oft verblüfft auf das Verhalten beider Trainer und sie haben es beide nicht geschafft, die Presse Leute auf ihre Seite zu ziehen. Klinsmann: „Aber da wird bewusst Stimmung gegen mich gemacht, weil es sich gerade gut verkauft“

Mia san Mia

Wenn man bei Bayern „Mia san mia“zum Trainer sagt, meint man damit eigentlich Hoeneß und Rummenigge waren schon lange da bevor du gekommen bist und sie werden auch noch lange da sein,wenn du schon entlassen wurdest,  zeig ihnen gegenüber also gefälligst Respekt. Am auffälligsten war das bei van Gaal, wo Hoeneß sich hinterher darüber echauffierte, wie wenig der Trainer doch mit sich reden ließ. Klinsmann und Guardiola sind zu große Persönlichkeiten um sich in ihre Arbeit hineinreden zu lassen und ich wäre nicht überrascht, wenn der Frieden beim ersten Misserfolg anfängt zu wackeln. Hoeneß zu van Gaal:„Er ist genau auf diese Problematik vom gesamten Vorstand hingewiesen worden. Er hat nichts daraus gelernt. Er hat unseren Rat, dieses Thema wirklich genau zu beachten, nicht angenommen. Gestern war das Fass übergelaufen. Es gibt da einen Spruch: Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Gestern ist er gebrochen“,

Ärger mit den Platzhirschen

Mit Neuer, Lahm und Schweinsteiger spielen bei den Bayern drei Spieler, die große Macht in Deutschland haben. Sie haben Einfluss auf die Presse und dürfen sich viel an öffentlicher Kritik erlauben, die anderen Spielern zum Verhängnis werden könnte. Wenn man sie nicht auf seine Seite lockt, bevor man Veränderungen einführt, werden sie sich nicht scheuen, ihre Macht geltend zu machen.  Schweinsteigers„Ich weiß nicht so genau,wo ich spiele.“  und Lahms Reaktion auf das Experiment im Mittelfeld, waren da wohl nur der Anfang.

FC Hollywood

„Das Team spielt gegen den Trainer“ bei keinem Verein hab ich diese Floskel so oft in der Presse gehört wie bei Bayern München. Stars gehen nach Bayern, um die harte Konkurrenz in Manchester, Madrid oder Barcelona zu vermeiden(siehe Robben). Wenn sie dann auf einmal nicht mehr der Star sind und rotieren sollen, entsteht das allseits bekannte Phänomen  des FC Hollywood.Stars fangen an zu maulen, nach Auswechslungen nicht abzuklatschen, auf dem Platz vielleicht nur 90 % zu geben und langsam bröckelt das ganze Team.

Guardiolas Ankündigungen wie „Es gibt keine A Elf“ und „Wir brauchen 22 Stammspieler“ können problematisch werden, wenn sie nicht nur hohle Phrasen waren.

Innovative Aufstellungen

Klinsmann hat mit einer Dreier Abwehrkette experimentiert, bevor der Gegenwind zu stark wurde.

Guardiola spielt mit Gedanken über  ein 4-1-4-1 System, falscher Neun(Müller ist zumindest kein Stoßstürmer…) und es gibt sogar Gedanken, auch hier zu einer Dreierkette zu wechseln!

Fazit

Wenn ich in der Kommentar-Kategorie ein Fazit fasse, ist meine erste Priorität meinen Lesern etwas mitzugeben, was sie aus dem Artikel gelernt haben sollten. In diesem Falle überlasse ich das lieber George Santayana : „Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“

Ob Guardiola letztendlich scheitern wird ist eine Prognose, die zu treffen ich nicht bereit bin. Dafür ist die Qualität der Einzelspieler einfach zu stark.90 % ihrer Leistung könnte immer noch genügen um in das Champions League Halbfinale zu kommen und das Double zu holen, womit sich das Münchener Umfeld wahrscheinlich begnügen würde. Aber wir selbst sollte daraus lernen,bei großen Unternehmungen nach Vorgängern zu suchen und ihre Fehler zu meiden,wenn wir die höchste Erfolgswahrscheinlichkeit haben wollen!

 

 

P.S.:

Sorry an meine Stammleser. Ich hab mir eigentlich vorgenommen,hier nicht über Fußball zu sprechen,aber der Artikel brannte mir als Fußballfan einfach auf den Fingern.Ich werde mir Mühe geben,dass das nicht zu oft passiert,weil mir bewusst ist,dass die Verbindung zum Thema meines Blogs oft sehr dünn ist.Wobei ich schon hoffe,dass der Fußball mich zum Thema Motivation inspirieren kann,wenn die Saison erst einmal ins Rollen kommt.

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