Philosophie

Malcolm Gladwell zu Wahl,Glück und Spaghetti Sauce

Das heutige Thema meines Kommentars ist ein Ted-Talk von Malcolm Gladwell:

Thema des Videos ist Howard Moskowitz. Ein Psychophysiker, der die Nahrungsmittelindustrie revolutioniert hat.

 

Die perfekte Pepsi

Sein erster Klient war Pepsi. Mit der Erfindung von Aspartam (künstlicher Süßstoff) wollte man die perfekte Pepsi Light erstellen und gab ihm die Aufgabe herauszufinden, welche Konzentration von Aspartam beim Verbraucher am besten ankommt.

Howards erster Schritt war der selbe, den jeder andere Wissenschaftler gemacht hätte, um diese Aufgabe zu lösen. Er hat Testverbraucher versammelt, ihnen eine breite Auswahl an verschieden konzentrierten Pepsi Light Getränken angeboten und sie aufgefordert, das Getränk auf einer Skala von 1-100  zu bewerten.

Die Verbraucher haben die Erwartungen des Wissenschaftlers allerdings enttäuscht. Statt eines erwarteten Graphen, der sich von beiden Seiten dem optimalen Aspartam-Wert annähert schien das Ergebnis völlig chaotisch. Statt daraus den Schluss zu ziehen, es wäre reiner Zufall und einfach trotzdem den höchsten Wert weiterzuempfehlen, schloss Howard daraus, dass es statt einer perfekten Pepsi viele perfekte Pepsis gibt.

Leider gelang es ihm nicht, seine Kunden zu überreden. Er hielt Vorträge, ging von Konzern zu Konzern, aber alle waren auf der Suche nach dem universell perfekten Produkt.

 

Der Durchbruch

Der Durchbruch kam für Howard bei einem Salzgurken Konzern, der sich überzeugen ließ, mehrere neue Sorten anzubieten, statt weiterhin  ein Allround-Produkt zu suchen. Das Ergebnis dieses Wagnisses war wirtschaftlicher Erfolg und für Howard bedeutete es den Durchbruch. Als Campbel Soup ihn bat die perfekte Tomatensauce zu finden, entdeckte er, dass es aus den 45 verschiedenen Saucen, die ihm zur Verfügung standen, drei Kategorien bei den Testern durchsetzten. Es gab die normale Sauce, es gab die scharfe Sauce und es gab die „stückige“ Sauce. (eine merkwürdige Übersetzung für „chunky“, aber was besseres konnte ich nicht finden)

Das Besondere an dieser Feststellung war, dass keiner jemals nach stückiger Sauce gefragt hatte und der Markt für stückige Sauce völlig unbedient war. Durch die Entdeckung dieser Nische wurde Howard Moskowitz zum Superstar unter den Psychophysikern und wir verdanken ihm die heutige Vielfalt an Saucen,Ölen,Gewürzen und allen anderen Produkten, die heute viele verschiedene Geschmäcker bedienen, statt nach einer einzigen Lösung zu streben.

 

Warum ist das so wichtig?

Es hat die Ansichten der Konzerne darüber geändert, wie sie uns glücklich machen können.

Früher dachte man, die einzige Möglichkeit herauszufinden, was die Menschen wollen sei es, sie zu fragen. Aber wie wir wissen, hat niemand der Verbrauchergruppen eine stückige Sauce gefordert, obwohl 30% der Leute sie letztendlich gekauft haben, als sie zur Verfügung stand.

Früher hatte man sowohl in Wissenschaft als auch beim Kochen nach universellen Regeln gesucht. Aber je spezifischer die Wissenschaft wurde, desto mehr hat sich dies auch in der Küche durchgesetzt. Statt nach einem Allheilmittel gegen Krebs zu suchen, fing man an nach Wegen zu suchen, wie man verschiedenste Krebskranke am besten versorgen oder sogar heilen kann. Statt nach der perfekten Mahlzeit zu streben, fing man an, verschiedenste Geschmäcker zu bedienen.

Wenn wir uns mit einem universellen Prinzip zufrieden geben, dann verzichten wir damit freiwillig auf Qualität. Das beste Beispiel ist hier der Kaffee, bei dem die Leute auf einer Skala von 1 bis 100 eine durchschnittliche Tasse mit 60 Punkten bewerten würden. Wenn man aber statt dessen den Kaffee  in 4-5 Geschmacksgruppen aufteilt und finden sie die Tester eine Tasse, die ihnen 75 Punkte wert ist. 15 Punkte an Köstlichkeit, wäre ihnen also verloren gegangen.

 

Fazit:

Was ich euch durch diesen Artikel mitgeben möchte, ist es,  dass niemand (besonders ich nicht! )  weiß, was die beste Lösung für euch ist. Wir haben alle unsere Ziele und wir kennen verschiedenste Wege dorthin. Nicht alle meine Vorschläge, werden für alle meine Leser Sinn ergeben. So lange ihr experimentiert und nicht aufhört, nach eurem persönlichen Weg zu suchen, seit ihr auf der richtigen Spur.

Gruß

Anton Jonas

 

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