Philosophie

Freestyle 2 „Glaube nicht alles, was du denkst.“

“ Glaub nicht alles, was du denkst.“ – Byron Katie

Das ist ein sehr interessanter Gedanke und deckt sich mit einer Einsicht, die ich beim Meditieren hatte. Wir haben ständig irgendwelche Gedanken, die zwischen Genail und absoluter Dummheit schwanken. Jedem Gedanken den selben Stellenwert zu geben, wäre nur ein weiterer dummer Gedanke. Wenn man dasitzt,sich auf seinen Atem konzentriert und Gedanken wie „meine Nase juckt“ und „das funktioniert nicht, ich sollte lieber was aufregenderes machen“ ignoriert, dann merkt man ziemlich schnell, dass diese Gedanken auch genauso schnell verfliegen, wie sie kommen. Die Nase hört auf zu jucken und der Drang etwas aufregenderes zu machen verschwindet auch. Es gibt gewisse Situationen wo das ganz offensichtlich wird. Jedesmal wenn ich an einem Polizisten in Uniform vorbei gehe, kommt mir der Gedanke: „Ich frage mich was passieren würde, wenn ich mit dem Polizisten Blickkontakt aufnehme und dann losrenne, als hätte ich einen Geist gesehen.“
Das ist eine sehr unterhaltsame Vorstellung, aber es macht keinen Sinn diesem Impuls zu folgen, oder?

Dieses Konzept muss man auch auf andere Aspekte ausweiten. Wenn ich denke „Ich kann den nicht leiden“ oder „Ich bin sauer“, dann ist die Gedankenkette nicht beendet. Sondern ich frage(im internen Monolog natürlich, auch wenn mir der Gedanke gefällt irgendwo laut aus dem Nichts heraus zu sagen „Hmmmm, warum bin ich jetzt genervt?“) woher diese Emotion kommt und wie ich damit umgehen kann.

Mit Meditation schafft man es einfach über die erste Ebene der Gedanken zu kommen und sich zu fragen woher diese kommen. Und wenn das nicht der Fall ist, sind verrückte Gedanken oft einfach tolle Themen für Unterhaltungen. Unterhaltungen kommen oft gerade dann ins Stocken, wenn versucht zu verdecken, was man gerade für einen Blödsinn gedacht hat. Wenn man es aber ausspricht und gleichzeitig anerkennt, wie dumm man das selbst findet, wird man nicht nur sympathischer, man hat sich auch eine unbequeme Stille erspart, die aus solchen Situationen oft entsteht.

Die Fähigkeit die eigenen Gedanken zu akzeptieren, statt sie automatisch als Wahrheit zu akzeptieren, ist wahnsinnig wichtig.
Und das ist auch mein Schlusssatz.(Wenn ich diesen Satz nicht auch noch geschrieben hätte…)

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