Philosophie

Freestyle 1

Da ich in einem kleinen kreativen Loch stecke, weil ich in der zweiten Runde meines Buchschreibens im Prinzip nichts neues mehr dazusteuern kann und nur am Stil arbeite, habe ich mich entschieden, meine Kreativität in einer Schreibübung auszuleben.

In der Freestyleserie werde ich mir interessante Themen,Videos oder Zitate suchen, um anschließend einfach drauflosschreiben zu können. Mal sehen ob dabei etwas interessantes herumkommt. Im worst case szenario bekommt ihr einen besseren Einblick in meine Denkweise.

Zitat von unbekannt:

„Das Leben hat keine Fernbedienung. Ihr müsst aufstehen, um das Programm zu ändern.“

 

Das ist für mich ein interessantes Zitat, weil es mich verrückt macht, Menschen zu sehen, die auf der Couch des Lebens sitzen und sich ständig über das Programm beschweren, ohne sich jeglicher Verantwortung bewusst zu sein. „Sowas passiert aber auch nur mir“ und „Warum immer ich?“ sind da die besten Beispiele. Selbst wenn man sich über Probleme aufregt, die nicht in der eigenen Hand liegen, sollte man sich fragen, wie andere Menschen mit der selben Situation umgehen. Regen die sich genau so auf? Fühlen sie sich auch vom Schicksal verfolgt oder benutzen sie ihre Energie lieber dafür, eine Lösung für das Problem zu finden?

Aber es geht nicht nur um Stress und Aufregung. Es geht generell darum, dass viele Leute stur an eine altmodische Laufbahn und Mythologie glauben, die verspricht, dass man irgendwann belohnt wird, wenn man nur alles genauso erledigt, wie andere Leute es von einem erwarten und hart daran arbeitet seine Aufgaben zu erfüllen. Man bekommt einen Job, der keinen Spaß macht, aber dafür kann man sich ein Leben finanzieren, das auch keinen Spaß macht und ist man erstmal alt genug um in Rente zu gehen, hat man sowieso verlernt Spaß zu haben, also braucht man sich auch keine Sorge zu haben, dass die Rente nicht genügt um das Leben genießen zu können.

Ich hab vor kurzem gelesen wie jemand eine Idee von Nietzsche zitiert, die ungefähr folgendermaßen lautete: „Stell dir vor, du müsstest am Ende deines Lebens jedesmal an den Anfang zurück und dein Leben ohne sich daran zu erinnern noch einmal durchleben. Wenn du wüsstest, dass du jeden Moment also unendlich oft wiederholen musst, wie würdest du deine Entscheidungen ändern?“ Der Gedanke setzt den Denkenden bei jeder Entscheidung gewaltig unter Druck, aber gleichzeitig fallen zumindest für mich so einige Lasten ab, die irrelevant werden, wenn ich weiß, dass ich es immer wieder durchleben muss. Auf einmal sinkt der Wert meines Rufes und was ich SELBST will, wenn ich keinen anderen Frage, steigt im Stellenwert unheimlich an.

Wenn man sich das Programm seines eigenen Lebens aussucht, muss man auch wissen, worauf man abzielt. Wenn man in den Zeitschriften verfolgt, wie die Ölscheiche und Oligarchen leben, dann kann ich es nachvollziehen, dass jemand sich den Hintern aufreisst, um auch dorthin zu kommen.(Wobei ich mir bewusst bin, dass die meisten „Vorbilder“ sich ihren Reichtum nicht durch harte Arbeit verdient haben, sondern oft einfach die Geburtenlotterie gewonnen haben) Perplex reagiere ich aber auf Menschen, die ackern wie die Gäule um sich „ausruhen zu können“. Die also das Ziel einer entspannten Zukunft verfolgen, während sie in der Gegenwart überhaupt keinen Respekt für Entspannung haben. Die Fähigkeit sich zu entspannen fehlt ihnen vollkommen, sie liegen Nachts stundenlang wach und zermatern sich die Köpfe, glauben aber aus unerfindlichen Gründen, dass sie in der Lage sein werden sich zu entspannen, sobald sie die Zahl X auf dem Bankkonto haben oder einfach nur in Rente gehen dürfen.

Dazu fällt mir die Geschichte vom Banker ein, der einen mexikanischen Angler trifft. Der Angler liegt entspannt in seinem Boot, während die Angelschnur im Wasser herumtreibt. Der Angler hat eine beachtliche Menge Fische gefangen und erzählt dem Banker, dass er damit seine Familie ernähren kann. Der Banker ist zwar im Urlaub, aber er kann seine wirtschaftliche Denkweise nicht abstellen und der faule Mexikaner regt ihn auch ein wenig auf, also sagt er dem Angler „Wenn du eine zweite Angel kaufst,statt hier faul rumzuliegen, könntest du wahrscheinlich viel mehr Fische fangen.“ Der Angler antwortet „Wieso sollte ich das machen?“ „Na damit du die Fische verkaufen kannst.“ „Wieso sollte ich das machen?“ „Na damit du  jemanden bezahlen kannst, für dich zu angeln und noch mehr Fische zu fangen.“ „Wieso sollte ich das machen?“ „Na damit du irgendwann aufhören kannst zu arbeiten.“ „Wieso sollte ich das machen?“ „Na damit du dich zur Ruhe setzen und entspannen kannst“ „Wenn ich mich zur Ruhe setzen würde, dann würde ich meine Zeit damit verbringen, faul in einem Boot rumzuliegen und zu Angeln.“

Ich bin ein unglaublich schlechter Geschichtenerzähler und wenn ich eine längere Geschichte erzähle, verstummen die Gespräche um mich herum und alle gucken mich mit gerunzelter Stirn an. Obwohl diese Geschichte nur geschrieben wurde und ich hier alleine in meiner Wohnung sitze, spüre ich imaginäre Blicke von imaginären Menschen mit imaginären gerunzelten Stirnen. Ich hoffe die Moral von der Geschichte ist rübergekommen, obwohl ich nicht von meinen „Storytelling“-Skills überzeugt bin. Ein Angler, der nicht weiß, was sein Ziel ist könnte sein Leben mit Dingen verbringen, die ihm nicht gefallen, nur um am Ende festzustellen, dass er die ganze Zeit hätte haben können, wonach er sein Leben lang gestrebt hat.

 

Ein Fazit aus diesem Geschreibe wäre wohl, sich genau zu überlegen, worauf man hinarbeitet, denn wenn dein Ziel „nichts“ ist, bekommst du es auf jedem Wege. Und hört auf euch ständig über jeden Mist zu beschweren!

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