Personal Development

Eilmeldung: Wissenschaftler fanden heraus: Das Fitnessstudio bewahrt verliebte Pärchen davor in den Teich geschubst zu werden!

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Photographer: Ed Gregory

 
„Zehn Übungen, die Ihr zu Hause machen könnt!“ „Muskeln aufbauen ohne Gewichte!“ „Mach Dich krass!“

Sport und Fitness sind so leicht, wie noch nie! Wir können Joggen gehen. Wir können Liegestütze machen. Wir können uns für immer zu Hause einsperren und trainieren, wie die Gefängnisinsassen in einem schlechten Hollywoodfilm!

Ist das nicht super? Billig und für jedermann! Woran scheitert es dann ständig? Wieso sehen Leute, die regelmäßig ins Fitnessstudio gehen, so viel besser aus als Leute, die offensichtlich genau so besessen zu Hause trainieren (theoretisch zumindest …) ?

Ich weiß es nicht. Warum fragt Ihr mich das?

Aber vor drei Monaten habe ich angefangen es herauszufinden. Ich bin schwach geworden und hab einen dieser unheimlichen Knebelverträge im Fitnessstudio unterschrieben. 2-3 mal die Woche gehe ich hin und trainiere.

Manchmal mache ich Cardio. Manchmal Krafttraining und manchmal nehme ich an Kursen teil, die mir helfen keine Scheu vor Blamagen zu entwickeln, weil ich regelmäßig von älteren und vermeintlich weniger muskulösen Frauen vorgeführt werde. (Bodypump ist nur dazu da, damit Frauen sich über Männer lustig machen können, glaube ich)

Darauf meine Entscheidung zu bereuen, warte ich oder meine Motivation zu verlieren, warte ich bisher vergeblich. Ich warte auch vergeblich darauf mitten im Training das Interesse zu verlieren, mich auf die Couch zu legen (Hey mein Studio hat sogar wirklich ein paar Sofaecken!) und den Fernseher anzuschalten (Die laufen bei uns ja sowieso rundum die Uhr. Warum berichten Nachrichtensender eigentlich immer noch ständig vom zweiten Weltkrieg?). Ich habe noch nicht einmal ein Drittel des Studios erkundet und entdecke immer wieder neue Spielsachen.

Ich habe dort angefangen, weil ich dachte, dass ich Muskelgruppen trainieren könnte, die herkömmliche Körpergewichtsübungen vernachlässigen.  Geblieben bin ich allerdings, weil ich einen scheinbar unendlich vielfältigen Spielplatz entdeckt habe, der mir selbst als Erwachsenem erlaubt mich auszutoben.

Ich bin kein vorbildlicher Studiogänger. Ich habe bisher darauf verzichtet die Gelegenheit eines Personaltrainings wahrzunehmen. Ich habe kein Fitnessziel festgelegt und ich habe mir keinen Trainingsplan erstellen lassen! Mein Plan, wenn ich Richtung Studio losfahre ist so gut wie immer „Ich mach zehn Minuten Cardio auf dem Crosstrainer und dann mach ich, wozu ich gerade Lust habe.“

Das Witzige ist, dass ich meistens Lust habe, mich zu verausgaben. Als ich vor einem Jahr Joggen als Training ausgewählt hatte, ging es darum 15 Minuten zu laufen und falls ich mich richtig gut gefühlt habe, konnte ich daraus 30 Minuten machen. Mein Krafttraining waren möglichst wenige Übungen, von denen ich dann jeweils einen Satz 3 mal die Woche gemacht habe …

Disziplin spielt für mich überhaupt keine Rolle, wenn ich im Studio bin, weil es keine Ablenkungen gibt und ich von Menschen umzingelt bin, die genauso hart trainieren wie ich. (Vielleicht sogar härter! Aber mein übergroßes Ego macht es schwierig mir so was einzugestehen. Alle stärkeren Leute haben natürlich einfach nur Glück mit ihren Genen und trainieren einfach viel länger!)

Kennt ihr das Gefühl schnaufend wie eine langsame Lokomotive an einem verliebten Pärchen vorbei zu dampfen, während sie Hand in Hand durch den Park schlendern? Im Studio spornen sich Verliebte nur an härter zu trainieren und versuchen sich gegenseitig zu beeindrucken. Im Studio habe ich auch nicht das Verlangen, die Pärchen in einen Teich zu schubsen und wegzurennen!

Fröhlichen Valentinstag übrigens!

Ich hoffe heute wird keine von Euch in e Teich geschubst! (Das war gelogen, aber ich schäme mich für die Schadenfreunde bei der Vorstellung.) [Das war auch gelogen. Ich bereue nichts!}

Zurück zum Sport. Ich glaube davon handelte der Artikel, als ich ihn angefangen habe… Es ist wirklich wahnsinnig, wie viel so ein Studio zu bieten hat und wenn ich eine Zeitmaschine hätte, würde ich meinem früheren Ich einen Gutschein für ein Studio geben und ihn in einen Teich schubsen, wenn er versucht mir zu erklären, dass er ja genauso gut alleine und ohne Geräte trainieren könnte. Alleine bei dem Gedanken, wie viel Überwindung mich jede Trainingseinheit gekostet hat, nur um überhaupt anzufangen und sie nicht frühzeitig abzubrechen, wird mir schwindelig.

Mit so viel vergeudeter Energie hätte ich den Friedensnobelpreis gewinnen können, in dem ich alle kriegstreibenden Politiker in diverse Wasserkörper befördert hätte, bis es ihnen so peinlich ist, dass sie eine friedliche Lösung für ihre Konflikte gefunden hätten. (Außer Putin vielleicht. Der scheint gerne oben ohne in Gewässern herumzustehen.)

Was ich mit diesem Aufsatz über Teichschubserei eigentlich sagen will:  Ich bin mit meiner Entscheidung einem Fitnessstudio beizutreten sehr glücklich und kann es jedem nur empfehlen.

Und das alles habe ich geschafft ohne zu erwähnen, wie hübsch sportliche Frauen eigentlich sind und wie sie einem durch reine Anwesenheit zu Höchstleistungen anspornen. Verdammt! Fast hätte ich es geschafft…

Probiert es selbst aus und bildet Euch ein eigenes Urteil. Lasst euch aber nicht gleich an einen Trainingsplan oder auf ein bestimmtes Ziel festnageln. Man kann nicht scheitern, wenn man keine Erwartungen hat und wer 2-3 mal die Woche 60-90 Minuten in einem Studio verbringt und sich dabei nach Herzenslust austobt, wird sowieso früher oder später alle Ziele erreichen ohne aus einem Spielplatz eine Folterkammer gemacht zu haben.

Mit sportlichen Grüßen

Anton Jonas

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