Personal Development

Entscheidungsprozess: Wie werd ich mich danach fühlen?

Heute möchte ich in diesem Artikel euren Entscheidungsprozeß verbessern und euch so mal wieder einen Weg zeigen, weniger Disziplin aufwenden zu müßen, wenn ihr etwas gesundes machen wollt, was euch Überwindung kostet.

Standardprozess

Wie oft habt ihr etwas nicht gemacht, weil ihr euch zu einem ungünstigen Zeitpunkt vorgestellt habt, wie es sich anfühlen wird. Was für unangenehme Situationen entstehen könnten. Wie viel Arbeit und Stress es kostet.

So sind nun mal unsere Denkprozesse. Wenn jemand sagt „Lass uns..“ gehen wir automatisch in eine Defensivhaltung um den Status quo ja nicht zu verlieren.  Vielleicht hat das einen evolutionären Zweck darin gehabt, dass unsere Vorfahren bei jeder Unternehmung fragen mussten „lohnt es sich dafür, von Säbelzahntigern aufgefressen zu werden?“ , aber heute sind die Fragen „lohnt es sich dafür aufzustehen?“ oder „lohnt es sich dafür auf Fernsehen/Internet/Radio(was auch immer euch gerade unterhält) zu verzichten?“ und obwohl wir bei tieferer Überlegung zu dem Schluss kommen sollten: „Ja natürlich lohnt es sich“ wird daraus immer wieder ein großer Kampf.

Wir kennen das von Kindern, die nicht ins Bett wollen, selbst wenn ihnen schon die Augen zufallen. Oder von Kindern, die nicht in die Badewanne wollen, nur um hinterher genau so laut zu protestieren, wenn man sie aus der Badewanne holen möchte. Wir wollen a) keine Veränderungen und b) möglichst viel Unterhaltung. Beides Dinge, auf die wir kurzfristig verzichten müssen, wenn wir etwas tun möchten, was Überwindung kostet.

Kurz gefasst: Wir fragen uns „Was kostet es mich?“

Neuer Prozess

Ziel dieses Artikels ist es, die Perspektive soweit zu verschieben, dass wir es schaffen ein wenig öfter langfristig zu denken. Dabei rede ich aber nicht von der Art Langfristigkeit, wo man sagt „Wenn du das täglich machst, lebst du statistisch eine Woche länger“ sondern eine „Ich liebe das Gefühl, dass ich habe,wenn ich es erledigt habe“ Langfristigkeit. Meine Hemmschwelle in Bezug auf Joggen ist deutlich gesunken, seit dem ich realisiert habe, wie gut es sich anfühlt schnaufend zu Hause anzukommen und kaltes Wasser zu tanken, bis meine Betriebstemperatur etwas gesunken ist.(Ich sollte Joggen wirklich wieder zur Gewohnheit machen, merke ich gerade! )

Aber ich spreche nicht nur vom Joggen. Duschen kann sich bei mir gerne mal 20-30 Minuten verzögern, weil ich mich nicht von dem losreißen kann, was auch immer ich gerade mache. Aber während und nach der Dusche bereue ich nur, dass es nicht länger dauern konnte. Aufräumen wirkt immer wie eine Herkulesaufgabe für mich, aber meistens ist es innerhalb von 5 Minuten erledigt und ich fühle mich als wäre mir eine Last von den Schultern gefallen.  Geschirrspülen wurde bei mir erst zur täglichen Gewohnheit, als ich eingesehen habe, dass ich es überhaupt nicht hasse zu spülen. Es ist entspannend und hinterher fühle ich mich besser.

Der neue Prozess, den ich hiermit also vorschlage ist sich folgende Frage zu stellen:

„Wie geht es mir danach?“

Wie geht es euch nach dem Joggen? Wie geht es euch nach einer Diät ? Wie geht es euch nach dem Meditieren? Wie geht es euch nach dem ihr all die ungeliebten Aufgaben erledigt habt, die ihr seit Wochen aufgeschoben habt?

Fazit

Ich weiß, dass wir Menschen Gewohnheitswesen sind und ich bezweifle, dass ich oder meine Leser, so leicht ihre Denkprozesse ändern können, aber ich bin überzeugt davon, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ihr euch bei der nächsten Entscheidung fragt „Wie geht es mir danach?“ nicht mehr  bei Null Prozent liegt und das sehe ich als Erfolg an.

 

Gruß

Anton Jonas

 

 

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