Philosophie

Emotionale Unabhängigkeit oder „Warum einige Menschen mich für ein Arschloch halten“

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Das könnte der bisher längste meiner Titel sein, aber eine verlockendere Formulierung fällt mir nicht ein und das ist ein Artikel für den ich mir viele Leser wünsche.

Früher

Ich war ein nettes Kind. Ein SEHR nettes Kind. Die Sorte Kind, die in der großen Pause seine kostbare Freizeit damit verbringt Streit zu schlichten. Die Sorte Kind, die im Religionsunterricht gespannt zuhört und versucht aus den Lektion tatsächlich etwas fürs Leben zu lernen. Und vor allem die Sorte Kind, die anderen Kindern auf die Nerven geht, weil es nie etwas Verbotenes oder auch nur Fragwürdiges machen will, egal wie groß der Gruppenzwang war.

Ich hatte genug Spieltrieb und Humor, um nicht unbeliebt zu sein, aber ob ich ein glückliches Kind war, lässt sich nur von Moment zu Moment bewerten. Meine Emotionen waren nie konstant genug, um sie generell beurteilen zu können. Jede Kleinigkeit konnte mich zum Lachen bringen und wenn ich das Gefühl hatte jemandem geholfen zu haben, habe ich mir noch Stunden später dafür auf die Schulter geklopft. Manchmal hatte ich auch grundlos gute Laune. ( Mir wurde einmal im Winter zum Geburtstag gratuliert, obwohl ich im Juli Geburtstag hatte. Anscheinend sah ich aus, wie jemand, der Geburtstag hat.)

Auf der anderen Seite konnten mir auch Kleinigkeiten für Stunden oder gar Tage die Laune verhageln. Ein Streit würde dazu führen, dass ich noch Stunden später mit gerunzelter Stirn im Bett lag und im Kopf imaginäre Diskussionen führte, die meine Streitgegner aufgrund meiner Intelligenz und Richtigkeit zu erstauntem Schweigen brachten.

Wenn mich jemand auf der Straße nach dem Weg fragte und ich nicht helfen konnte, würde ich noch Tage später überlegen, wie ich ihnen hätte besser helfen können. Der absolute Alptraum war es, als ich einmal eine ganze Familie auf dem Weg ins Schwimmbad in die falsche Richtung geschickt habe. Noch Tage später geisterten Bilder in meinem Kopf herum, wie diese Menschen, die ich nie wiedersehen würde, wüten feststellten, dass ich ihnen einen falschen Rat erteilt habe. Würden sie mich für dumm halten? Würden sie glauben, ich hätte sie bewusst angelogen? Ich werde immer noch ganz nervös, wenn ich daran denke!

Heute

Aber ich habe viel aus diesen Situationen gelernt und schicke die Leute regelmäßig aus reiner Boshaftigkeit in die falsche Richtung! Okay, das wäre eine Überkorrektur in die falsche Richtung, aber ich bin nicht dafür bekannt, mir schlechte Witze verkneifen zu können.

Ich würde mich auch heute noch als höfliches Kind bezeichnen, wenn ich nicht alt und groß genug bin, um zehnjährigen Kindern als Klettergerüst zu dienen. Aber meine Höflichkeit kennt mittlerweile gesunde Grenzen. Ich kann immer noch gutes Verhalten predigen und schlechtes Verhalten kritisieren, was hauptsächlich daran liegt, dass ich nicht gelernt habe, die Klappe zu halten, wenn ich sehe wie jemand etwas meiner Ansicht nach falsches macht.

Aber ich mache meine Laune nicht mehr davon abhängig, wie meine Meinung ankommt. Ich habe meine Stellung klar gemacht und was meine Mitmenschen daraus machen, ist ihnen selbst überlassen. Man könnte meinen ich sollte mir das Predigen komplett sparen, aber auch wenn ich es nicht laut sage, tut es unheimlich gut mit innerer Stimme „Ich hab’s dir doch gesagt!“zu sagen. Es gibt Fälle, wo ich liebend gerne darauf verzichten könnte recht zu haben, aber gerade in diesen Fällen würde mich trotz emotionaler Unabhängigkeit das Schuldgefühl zerfressen, wenn ich einen sprichwörtlichen LKW auf jemanden zurasen gesehen hätte, ohne etwas zu rufen. Gerade in Beziehungsangelegenheiten ist es immer schwierig, die Balance zwischen „Warum versuchst du meine Beziehung kaputt zu reden?“ und „Warum hast du mich nicht früher gewarnt, wenn du es geahnt hast?“ finden. Aber diese Situationen lassen mich nicht wie ein Arschloch aussehen. Schwierig wird es erst wirklich, wenn jemand auf der Suche nach Mitleid zu mir kommt und auf Gleichgültigkeit stößt. Dies geschieht meistens, wenn ich merke, dass jemand keine Hilfe will und ein offenes Ohr nicht zur Lösung der Situation beiträgt.

Es ibt Leute die müssen ihre Sorgen verbal verarbeiten und ich habe kein Problem dabei ihnen ab und zu zu lauschen. Aber andere Menschen suhlen sich in ihren Problemen und mein offenes Ohr verwandelt sich in einen verstopften Abfluss, bis ich merke, dass auf einmal MEINE Emotionen angegriffen werden. Es geht nicht mehr darum seine Gefühle besser zu verstehen oder Hilfe zu suchen. Mein Gesprächspartner will nur noch seine Probleme auf mir abladen, wie auf einer emotionalen Müllhalde. Statt zu helfen, ermutige ich mit meinem Zuhören nur die Opfermentalität meines Gesprächspartners, der die Situation so genießt, dass er anfängt Probleme zu suchen und zu schaffen, wo keine sind, weil es sich gut anfühlt, keine Verantwortung für seine Probleme zu haben und wichtig genug zu sein, von anderen Menschen Mitleid zu ernten. Falls jemand Schwierigkeiten hat sich vorzustellen, was ich meine, rate ich ihm sich zu einer Rentnerin zu setzen und sie nach ihrer Gesundheit zu fragen. Wenn eine Woche später das Gespräch beendet ist, sollten alle Unklarheiten beseitigt sein. Mitleid zu bekommen, ist für viele Menschen der schnellste Weg sich wichtig zu fühlen.

Der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl

Die Betonung im oberen Abschnitt liegt ganz klar auf Mitleid. Was mich nämlich von einem echten Arschloch unterscheidet ist, dass ich erst die Symptome von „Arschlochheit“(Ich bin offen für Vorschläge besserer Worte) aufkommen lasse, wenn Leuten mein Mitgefühl nicht ausreicht. Ich halte mich für jemanden mit überdurchschnittlich viel Menschenkenntnis und ich kann mich in sehr viele Situationen hineinversetzen und sagen, wie ich handeln würde ( Ich bin auch unglaublich bescheiden und demütig…). Ich bin mir auch nicht zu schade Mitgefühl zu zeigen, wenn ich versuche

jemandem zu helfen. Menschen in der Opferrolle genügt das aber nicht. Ihr Ziel ist es nicht ihre Gefühle zu verarbeiten, sondern mir zu zeigen, wie miserabel es ihnen geht, bis sie in meinem Gesicht ihre eigenen Emotionen sehen können. Erst wenn sie es geschafft haben, mich auf ihr Niveau herunterzuziehen, können sie zu sich selbst sagen: „Ah. Jetzt weiß ich, dass all meine negativen Gedanken und Ansichten gerechtfertigt sind. Das Problem bin also nicht ich sondern meine Situation. Ich bin unschuldig!“ Wenn man in einer schwierigen Situation ist, bin ich durchaus bereit diesen Service anzubieten. Aber viel zu oft begegne ich Menschen, die süchtig nach diesem Gefühl sind und alle Ratschläge und Lösungen komplett ignorieren, um sich wieder als unschuldiges Opfer zu fühlen. Hier ziehe ich einen Schlussstrich und betrachte jede weitere Unterhaltung zu diesem Thema als einen Angriff auf meine persönlichen Gefühle. Schließlich sind seine Gefühle erst gerechtfertigt, wenn es es geschafft hat, dass mir mindestens genauso dreckig geht wie ihm. Jemand, der mir so viel Leid wünscht, kann nicht mein Bestes im Sinn haben.

Leiden als Werkzeug der Manipulation

Wer Kinder hat oder schon einmal ein schreiendes Kind in der Süßwarenabteilung des Supermarktes gesehen hat, weiß, dass Kinder kein Problem damit haben echte Emotionen in sich zu generieren, um ein Ziel zu erreichen. Das beste Beispiel in meinem Leben ist meine Nichte, die Gott sei Dank mittlerweile ( größtenteils) aus dieser Phase herausgewachsen ist. Es ist faszinierend, wie sie es schafft Erwachsene zu bestrafen, indem sie anfängt so intensiv zu leiden, wie niemand zu vor gelitten hat. Es ist beinahe amüsant zu sehen. Wie ihr süßes kleines Gesicht so düster und zornig wird, als wäre es die größte Ungerechtigkeit auf der Welt, dass man sie im Winter zwingt Schuhe anzuziehen, bevor sie nach draußen geht. Aber soweit kann ich mitfühlen. Ich lasse mir auch ungern Dinge anziehen. Was sich aber dann in ihrem Gesicht abspielt, ist geradezu diabolisch. Mann kann ihr deutlich das „Jetzt werde ich es euch zeigen!“ am Gesichtsausdruck ablesen und sie beschwört Trauer herauf, wie ein größenwahnsinniger Medizinmann seine Götter um Blitz und Donner beschwören würde. Sie breitet beide Ärmchen aus ( Ich nehme mir heraus hier bei der Beschreibung schamlos zu übertreiben, um die Geschichte dramatischer zu machen), stellt sich breitbeinig hin, richtet ihren Kopf gen Himmel und ruft: „Eeh“. Puh nicht so schlimm. Das hätten wir hinter uns. Falsch gedacht! Sie holt kurz Luft und ruft etwas lauter : “ Eeeeeeh!“. Das war’s doch sicher oder? Nein. Immer noch falsch gedacht. Sie mit einem tiefen Atemzug fühlt sie ihre mächtigen kleinen Lungen und ruft noch lauter: “ Eeeeeeeeeeeeeeh!“ und damit ist der Bann gebrochen und sie braucht anscheinend nicht mehr Atem zu holen: „EEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE!!!!!!“Als erawchsener Mensch denkt man sich: “ Hey, ich bin hier die vernünftige Person. Ich werde mich nicht von ihr manipulieren lassen. So eine kleine Schauspielerin…“ Also lassen wir sie schreien. „EEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE!!!“

Irgendwann muss sie ja müde werden und das schreien ist sehr aggressiv. Mit wütenden Menschen hat niemand Mitleid. Aber denselben Gedanken hat sie auch und Wut ist nur die Treppe zu Traurigkeit führt. Langsam zeigen sich Tränen auf ihrem Gedicht, die Atempausen werden von lautem Schniefen begleitet und die Schreie werden kurzatmiger und wehleidiger. Dieses kleine Wesen hat sich aus Wut den Erwachsenen gegenüber so traurig gemacht, dass es niemandem möglichst ist ihr zuzuhören, ohne dass es ihm genau so schlecht geht wie ihr. Einmal habe ich die Zeit gestoppt und ich habe 34 Minuten durchgehalten, bevor ich angefangen habe zu raten, was sie überhaupt von mir wollte. Es war Sommer und anscheinend bedeutet „Mir ist warm!“ „bring mir sofort eine kurze Hose und wage es ja nicht, mich zu fragen, was ich möchte! Sonst schreie ich noch lauter!“

Dieser lange Ausflug in meine Welt als Onkel soll neben dem Unterhaltungsfaktor auch etwas lehren. Wenn ich nämlich jetzt sage, dass Leute ihr Leiden als Werkzeug benutzen, dann ist „Du willst mir also *schnief* vorwerfen, dass ich dich *schnäuz*anlüge??“ kein akzeptables Argument, schließlich sind die Tränen meiner Nichte auch echt, obwohl sie sie heraufbeschworen hat.

Fakt ist, dass manche Menschen nie aus dieser Phase herausgewachsen sind und kein Problem damit haben es zu nutzen, um mir solange die Laune zu verhageln, bis es mir genauso schlecht geht wie ihnen und ich ihnen gebe was sie wollen.
Zwischen echten Problemen und Manipulationen zu unterscheiden ist schwierig und Leute im Freundeskreis als Manipulator zu bezeichnen hat verheerende Folgen unabhängig davon, ob es wahr ist oder nicht. Deshalb löse ich dieses Dilemma in dem ich jeden so behandle als seien seine Probleme legitim, bis sich herausstellt, dass meine Ratschläge und Ansichten ihn keinen Deut interessieren und er keine Anzeichen macht, nach dem Aussprechen weniger Probleme zu haben als vorher.

Dann behandle ich jeden wie den Feiner meiner guten Laune, ohne ihm die Absicht zu unterstellen mich manipulieren zu wollen. Der Großteil dieser Denkprozesse findet schließlich unterbewusst statt und das ist der Punkt an dem ich beginne wie ein Arschloch auszusehen. Weil ich Menschen die kurz vor dem Tränenausbruch sind, die kalte Schulter zeige oder schroff mit ihnen spreche.

Für Außenstehende ist es einfach schwierig zu bedenken, dass ich aufmerksam zugehört habe und meine ganze Werkzeugkiste für emotionalen Beistand ausgeschöpft habe. Wobei ich zugeben muss, dass manche Leute mich so offensichtlich manipulieren wollen und keinen legitimen Grund für schlechte Laune haben, dass ich gleich bei „Da kann ich dir nicht helfen“ anfange, bevor ich zur kalten Schulter übergehe und zu „lass mich in Ruhe“ oder „Erzähl das jemand anderem“ übergehe, falls die kalte Schulter nicht offensichtlich genug war.

Die Auswirkungen von Mitleid

Auch wenn ich in diesen Situationen böse wirke, nehme ich es den Menschen nicht übel. Sie sind oft so inder Opfermentalität verwurzelt, dass sie einfach nicht verstehen, was sie anrichten. Vielleicht bin ich auch einfach überempfindlich, aber dieser Artikel widmet sich schließlich meinem Verständnis von Emotionen. In meiner Erfahrung geht es mir oft schlechter als der Person, die mein offenes Ohr als emotionale Müllhalde missbraucht. Während sie sie sich erleichtert hat und sich nicht mehr verantwortlich fühlt, schleppe ich jetzt über Tage und Wochen all die negativen Gedanken und Gefühle mit mir herum. Die Sache ist klar, wenn mich jemand nach dem Weg fragt, fühle ich mich verantwortlich. Wenn mir also jemand seine Probleme mitteilt, kann er nicht von mir erwarten, dass ich es abschütteln kann, wie ein Hund den Regen nach einem Spaziergang. Ich bin kein Meister der Opferrolle. Ich arbeite hart daran glücklich zu sein und bin bereit jedes bisschen Glück zu verteidigen, wie eine Bärenmutter ihr Junges.

Allgemein

Auch wenn ich hier von mir als Spezialfall spreche, glaube ich, dass es für andere Menschen doppelt und dreifach gilt. Während ich viel für meine körperliche (Sport, Ernährung) und geistige (Meditation, Journal) Gesundheit tue, sind andere viel abhängiger von ihrer Umwelt. Auch wenn sie es nicht merken, tragen sie viel Leid und Wut mit sich herum, bis jedes noch so kleine Erlebnis ihnen als Ausrede dient.ihre Emotionen herauszulassen. Wer ist schon wirklich sauer, weil die Ampel rot ist und wer ist schon wirklich traurig, weil sich ein prominentes Pärchen getrennt hat. ( Ich bin wirklich schlecht darin, Kleinigkeiten aufzuzählen, die Menschen traurig machen. Als Mann hat man Trauer einfach nicht auf der Palette. Uns macht alles wütend, bis wir es mit unserer Holzkeule kaputtgemacht haben und uns in unsere Höhle zurückgezogen haben!) Oft bemerken wir gar nicht, dass wir wütend oder gestresst sind, bis uns jemand darauf anspricht und wir merken, dass wir wie verrückt mit dem Knie auf und ab wippen oder eine Armlehne malträtieren, wie einen Stressball.

Wir sind als Menschen auch einfach negativ gepolt. Wer würde sich Nachrichten angucken, in denen 30 Minuten nur wiederholt wird: „Es ist alles gut. Es gibt keinen Grund zur sorge.“ Wie schnell verbreitet sich das Gerücht „Berta wurde von einem entlaufenen Häftling verführt und geschwängert!“ im Vergleich zu “ Berta ist immer noch glücklich verheiratet und hat dieses Jahr eine Beförderung zur Fleischwarenfachverkäuferin bekommen!“. Während wir über hundert grüne Ampeln fahren können, ohne es zu bemerken, kann eine einzige rote Ampel unsere Laune für den ganzen Tag ruinieren.

Schlechte Laune ist einfach deutlich ansteckender als gute Laune. Deshalb müssen wir lernen unsere gute Laune zu verteidigen, Hilfe zu akzeptieren, wenn wir Probleme haben und unser Glück von der Außenwelt unabhängig zu machen.

Zukunft

Ich sehe mich keinesfalls am Ende meiner Entwicklung.

Vielleicht habe ich eines Tages die Geduld des Dalai Lamas und kann mir jedes Problem geduldig anhören, bis mein ausgeglichener Gemütszustand den Redner ansteckt.
Vielleicht finde ich einen besseren Weg zu zeigen, dass ich Mitgefühl habe, aber mir das Leiden nicht aufzwingen lassen möchte, egal wie gern ich meinen Gesprächspartner habe.

Vielleicht werde ich so schlau und überzeugend, dass ich jedes Problem lösen und jeden aus seiner Opfermentalität befreien kann.

Aber bis es soweit ist, akzeptiere ich die Kritik „kalt“ oder „unromantisch“ zu sein. (Tada! Große Enthüllung! Der Artikel darüber, wie ich scheinbar zu wenig Mitleid habe, ist romantischen Ursprungs.Wer hätte das geahnt?)

Ich erinnere mich an das SEHR nette Kind, dessen Laune so leicht umgeschlagen hat, wie ein Segel im Wind und frage mich, kann ich wirklich auf dem falschen Weg sein, wenn ich heute hundert mal glücklicher bin als damals?

Was jetzt?

Ich nehme an, einige Leser haben keines Lust sich meinen Roman durchzulesen und andere fanden meine Aussagen zu wage. Hier also eine kleine Zusammenfassung

  • Emotionen sind ansteckend

  • Negative Emotionen sind um ein vielfaches ansteckender

  • Glücklich zu sein ist harte Arbeit und unser Glück muss verteidigt werden

  • Manche Menschen verlangen Mitleid ohne Rücksicht auf Verluste

  • Es ist rücksichtslos Mitleid für jede Kleinigkeit zu verlangen

  • Manche Menschen sind hoffnungslos in der Opfermentalität gefangen

  • Wer keine Hilfe annimmt und überreagiert, verdient kein Mitleid

  • Mitleid schadet beiden Gesprächsteilnehmern

 

p.s.:

Niemand hat mich bisher als Arschloch bezeichnet, aber „warum manche Leute mich manchmal ein wenig komisch angucken“ ergibt keinen griffigen Titel.

p.p.s.:

Ich denke die meisten Leute erwischen sich ab und zu dabei, Mitleid zu wollen, wo Mitgefühl ausreichen würde und ich glaube nicht, dass es fest im Charakter verankert ist. Wenn ihr euch hier wiedererkennt, ist es nicht zu spät sich zu ändern. 🙂

3 thoughts on “Emotionale Unabhängigkeit oder „Warum einige Menschen mich für ein Arschloch halten“

  1. Heyyy..Wahnsinn Dein Bericht!!!

    Ist wohl so wie mit meiner Abneigung gegenüber den Menschen, die von früh bis spät auf dem Sofa sitzen und RTL auf sich niederprasseln lassen, ständig bei jedem Wehwehchen (ja, klar, gesund lebt sich halt anders) stundenlang beim Arzt ausharren (während an der Supermarktkasse mit vollgepacktem EInkaufswagen aus Fastfood net gerne gewartet wird) und mit „Mittelchen“ vom „Weissem Kittel“ unsere Krankenkassensystem ruinieren?
    Anstatt Selbstverantwortung zu übernehmen immer tiefer rein in Misere…
    Gruuuusel….und schnell wegschauen.

  2. Naja also ich genieße es anderen Leuten bei ihrem Problemen zu helfen und mit ihre Sorgen anzuhören selbst wenn Sie nur auf der Suche nach bestätigung sind. Ganz einfach aus dem Grund weil ich mich dadurch Pushen kann und sagen kann diese Probleme hab ich nicht . Ich fühle mich dadurch erhaben und über die Person übergestellt . Runterziehen lass ich mich dadurch definitiv nicht .

    Danke für deinen Artikel.

  3. Vielen Dank für diesen sehr gut geschriebenen Artikel.
    Ich fand ihn keinesfalls zu ausführlich, sondern genau richtig.
    Erkenne einiges (etwa Runterziehenlassen durch kleine Probleme) an mir wieder, hatte allerdings bisher noch nicht soweit gedacht, eine so gute Lösung zu haben.
    Lohnt sich, mal darüber nachzudenken.

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