Personal Development

Meine ersten Erfahrungen im alkoholfreien Jahr 2014.

Ich habe vor mir zu Anfang des Jahres überlegt, welchen großen Vorsatz ich denn auswählen könnte. Und gleichzeitig schwirrte mir im Kopf herum, wie schlecht ich über Raucher denke. Eine Angewohnheit, die schlecht schmeckt, krank macht und nur aus Gruppenzwang entstehen kann? Wie kann man sich bloß auf so was einlassen?

Eine dünne selbstkritische Stimme in mir, wollte sich das aber nicht gefallen lassen. „Ach ja? Erkläre mir doch bitte einmal warum du trinkst!“ Ich war mir nicht zu schade einen internen Dialog zu führen und mit mir selbst zu streiten. Also antwortete ich mit starker von sich selbst überzeugter Stimme

„Es gibt tausend Gründe warum ich trinke! Es macht Spaß, es schmeckt gut, es senkt soziale Hemmungen, die mich davon abhalten zu tanzen,wenn ich nichts zu sagen oder tun habe, kann ich mir etwas zu trinken holen und der Abend geht schneller vorbei.“

„Wenn trinken Spaß machen würde, dann würdest du es auch alleine machen. Wenn es so gut schmeckt, warum musst du es dann mit allen möglichen süßen Getränken mischen oder die Kehle runterspülen, bevor der Geschmack auf der Zunge angekommen ist? Wenn du soziale Hemmungen hast, solltest du dir lieber Gedanken darüber machen, warum du dir Sorgen darüber machst, was andere über dich denken, statt die Sorgen mit Alkohol zu überdecken. Wenn du nichts zu sagen oder tun hast, dann solltest du dir lieber überlegen, wie du den Abend für dich unterhaltsamer gestalten solltest, statt das Problem mit Hilfe von Alkohol zu übertünchen. Genauso solltest du lieber deine Abende so gestalten, dass du dir nicht wünschst, dass sie früher vorbeigehen“

„Aber … Aber… Aber was ist, wenn…. ähh…“ Okay ich muss zugeben, ich hab gar keinen internen Dialog geführt und mir geht langsam die Kreativität aus. Ich hab mir einfach Gedanken gemacht, was das Trinken wirklich für positive Effekte hat und mir ist einfach nichts eingefallen, dass nicht nur andere Probleme verdeckt hat.(wie mein fiktiver innerer Dialog aufzeigt)

Also habe ich seit (und inklusive) Silvester genau ein Glas Sekt getrunken, um aufs neue Jahr anzustoßen. Das interessanteste an meinen Erfahrungen ist aber, dass viele „Probleme“ die ich oben aufgezählt habe, gar nicht mehr existierten. Ich hab es so lange nicht mehr ohne Alkohol probiert, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass die Abende mittlerweile ziemlich spaßig sind und die sozialen Hemmungen mittlerweile eher darin bestehen, nicht zu tanzen, während die Freunde alle auf der Tanzfläche sind.

Es gibt vielleicht Leute, die denken, man würde ohne Alkohol nicht in Partystimmung kommen können, aber meine Erfahrung zeigt, dass viele Dinge, die ich dem Alkohol zugeschrieben habe, eigentlich nur durch die allgemeine Laune auf einer Party entstehen.  Man lacht mehr, man denkt weniger darüber nach was man sagt, man macht sich weniger Gedanken darüber, was die anderen denken und konzentriert sich einfach auf seinen eigenen Spaß. Einzige Randbemerkung hier sollte sein, dass man als Nichttrinker vielleicht nicht der letzte Gast auf einer Party sein sollte. Wenn die anderen schon auf 180 sind, fühlt man sich, als würde man mit einem Fahrrad hinterherfahren und niemals wirklich aufholen können.

Es ist auch für jemanden wie mich, der zwei linke Füße hat, ein interessantes Erlebnis, beim Tanzen die Aufmerksamkeitsspanne zu haben, um sich tatsächlich Gedanken darüber zu machen, wie man sich bewegt. Große Fortschritte sind momentan vielleicht noch nicht zu erkennen, aber ich bin sehr optimistisch, weil ich jetzt tatsächlich Referenzen habe, auf die ich zurückgreifen und mir überlegen kann, was ich ändern sollte, während ich sonst immer nur die Erinnerung hatte „Oh Gott, tu einfach so als würdest du wissen, was du tust und denk nicht drüber nach, sonst merkst du, wie schlecht du tanzt.“

Einziger tatsächlicher Nachteil, den ich bisher feststellen konnte ist, das schlechte Musik schwerer zu ignorieren ist, wenn man völlig nüchtern ist, aber mit ein wenig Selbstironie kommt man auch über diese schwierige Schwelle hinweg. 🙂

 

Das war nach langer Zeit, mal wieder ein Beitrag der von Herzen kam und nicht viele Vorüberlegungen und Strukturen zu bieten hat. Man sieht sicher, dass ich einfach drauf los geschrieben habe, aber das ist auch, was mir am Bloggen deutlich besser gefällt, als die Routine, bei der ich mich nach Googlesuchstatistiken richten muss und haufenweise Recherchen anstellen muss, um über Themen zu schreiben, von denen ich nicht viel weiß. Wer kein Fan von unübersichtlichen undurchdachten Beiträgen ist, sollte versuchen, sich auf die anderen Kategorien zu beschränken. Im Tagebuch ist so was leider unumgänglich.

 

Gruß

Anton Jonas

 

1 thought on “Meine ersten Erfahrungen im alkoholfreien Jahr 2014.

  1. Hallo Anton,
    das ist ja mal richtig genial. Also grundsätzlich trinke ich auch nicht viel, aber es ist tatsächlich so, dass ich, wenn ich auf Partys bin (wobei ich schon längere Zeit gar nicht mehr so viel auf Feiern gehe), auch irgendwie mich an „etwas festhalten“ muss (kann man allerdings auch mit einer Flasche Wasser sehr gut machen). Ich hatte letztes Jahr eine ziemlich krasse Erfahrung damit, was passiert, wenn man deutlich über den Durst trinkt, und der Heimweg und auch der Tag danach (zumal ich arbeiten musste…) war gar nicht schön. Es ist lediglich belustigend, wenn man danach immer darüber redet und erzählt, wie schlecht es doch einem ging…
    Ich selbst muss derzeit ziemlich krass meine Ernährung umstellen (aus Gesundheitsgründen), und dabei stelle ich fest, wie sehr ich doch an diesen ungesunden Sachen festhalte, letztlich aus einer falschen Motivation heraus.
    Und ich denke, da liegt auch der Hund begraben, wie man so schön sagt, man muss sich erst bewusst werden, warum man etwas tut und warum man dies verändern möchte. Und dann legt man es so, dass die positiven Effekte der Veränderung weit aus mehr wiegen als die vermeintlich positiven Effekte dessen, wenn man es beibehält. Jedenfalls bin ich gespannt auf deine weiteren alkoholfreien Erfahrungen. Ich find das echt cool.

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