Personal Development

10 Schritte zur Entschleunigung

Foto von Jan Ortmann unter der Creative Commons Lizenz http://www.flickr.com/photos/jan_ortmann/
Foto von Jan Ortmann unter der Creative Commons Lizenz
http://www.flickr.com/photos/jan_ortmann/

Folgendes Zitat habe ich vor kurzem gezwitschert, nach dem ich es auf Facebook entdeckt habe:

„Es gibt Millionen von Menschen, die sich nach Unsterblichkeit sehnen, die aber nicht wissen, was sie an einem verregneten Sonntagnachmittag machen sollen.“

goo.gl/sVVOr6

Auch wenn das für mich nichts neues ist, sollte ich mir vielleicht die Zeit nehmen, mich zu dem Thema zu äussern. Es ist ein paradox, wie leicht Menschen sich langweilen, deren Leben mit jeder Sekunde kürzer wird.

„Es ist dein Leben und es endet Minute für Minute.“ Sagt Brad Pitt uns in „Fight Club“.

Er sagt uns aber nichts neues. Gerade der Gedanke, wir könnten die wenigen übrig gebliebenen Minuten unseres Lebens mit „Nichtstun“ verschwenden lähmt uns und treibt uns dazu, lieber stattdessen etwas zu machen, dass uns das Gefühl gibt, wir würden etwas erreichen. Statt uns zu erholen und anschließend etwas Sinnvolles zu tun, lassen wir uns von der modernen Technik Fortschritt vortäuschen. Eine Nachricht auf Facebook, ein Tweet, lustiges Katzenbild, irgendein bunter blinkender Bonus auf einem bunten blinkenden Spiel, dass uns vorhält, wie wir im Vergleich zu unseren Freunden und Bekannten dastehen. Die Technologie entwickelt sich immer weiter in eine Richtung, die uns erlaubt mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Fortschritt vorzutäuschen. „Ah ich hab gerade alle Facebookbenachrichtigungen gelesen, jetzt blinkt das oben keine rote Zahl mehr!“  Ein Riesenerfolg!

Folgendes könnt ihr tun, um der Sucht nach „Instant Gratification“ oder deutsch „sofortiger Genugtuung“ zu entkommen oder ihr gesunde Grenzen zu setzen:

  1. Meditation
  2. Timer
  3. Haushalt
  4. Sport
  5. Menschen
  6. Lesen
  7. Denken
  8. Weniger Multitasking
  9. Qualitätsfilter
  10. Sonnen

1. Meditation

Mein Mittel gegen alles, was im Kopf so vor sich geht. 🙂 Mit Meditation trainiert man bewusst, Langeweileimpulsen zu widerstehen. Fortgeschrittene lernen auch die Stille im Kopf zu schätzen, die sie zumindest für kurze Zeit erreichen können. Wenn man sich nämlich von unnötigen Gedanken bezüglichi Vergangenheit und Zukunft befreit, ist es schwierig sich zu langweilen.

2. Timer

Niemand kann vollkommen auf Dinge verzichten, die den Kopf zum Rasen bringen, bis sich jede stille Sekunde wie eine Vollbremsung anfühlt. Wenn man sich diesen Stress einmal antun sollte, macht es Sinn im voraus Grenzen zu setzen und diese durch einen Timer oder Wecker umzusetzen. Mein W-Lanrouter (Die Vodafonbox) hat sogar eine Funktion, die den Internetzugang zeitlich steuert und mich schon ein paar Mal früher ins Bett geschickt hat, als es mir in dem Augenblick lieb war.

3. Haushalt

Ich habe ein ganz anderes Verhalten zum Haushalt, seit ich eingesehen habe, dass es eine Art Meditation und Entschleunigung ist, sich einer Sache zu widmen, die nicht blinkt, Musik macht oder Entscheidungen im Sekundentakt erfordert. Zu sagen, dass ich es gerne mache oder meine Wohnung blitzblank ist, wäre eine Täuschung, aber ich habe große Fortschritte gemacht und das Geschirrspülen zum Beispiel ist für mich mittlerweile der schnellste Weg einen freien Kopf zu bekommen.

4. Sport

Selbst der größte Highspeedsport der Welt, erfordert, dass man komplett im Augenblick ist und meistens baut man Stress durch die Bewegung ab und im Gegensatz zu vielen aufregenden alltäglichen Tätigkeit, belohnt unser Körper Sport mit deutlich besserem Schlaf.

5. Menschen

Ja Menschen sind auch eine gute Methode zur Entschleunigung.  Wenn man einem Menschen in die Augen guckt und über Dinge spricht, die von Herzen kommen, dann wird man nicht nur durch gesunde zwischenmenschliche Beziehungen belohnt sondern auch mit vielen Glückshormonen, die das Gehirn sonst eifersüchtig hortet und sonst nur gegen stressige technologische Aktivitäten in knausrigen Mengen austeilt.

6. Lesen

Gibt es etwas entspannenderes als im gemächlichen Lesetempo einer anderen Person beim Entscheidungentreffen zu folgen. Der Protagonist quält sich ab, während wir entspannt mit Tee in der linken Hand und (im Sommer) der Sonne auf dem Pelz faulenzen.

7. Denken

Als ich klein war. Ja damals in der Steinzeit, wo Telefone nur Schnüre hatten. Da hab ich auf dem Klo und in der Badewanne lieber Schampoo und Duschgelinhalte „gelesen“ nur um ja nicht für ein paar Sekunde meinen eigenen Gedanken lauschen zu müssen. Mittlerweile kann ich meine Gedanken so gut sortieren, dass ich oft Filme und Lieder pausieren muss, weil ich so interessante Gedanken habe, dass ich ihnen meine ganze Aufmerksamkeit widmen möchte. Ich bin noch nicht arrogant genug, um zu sagen, dass meine Gedanken objektiv besser sind als Filme und Lieder, aber solange sie nur in meinem Kopf stattfinden, nehme ich mir das Recht heraus, vollkommen parteiisch und subjektiv zu sein. Verklagt mich doch!

8. Weniger Multitasking

Wie stressig und ineffizient Multitasking ist, habe ich ja bereits erklärt. Versucht es euch also abzugewöhnen. Vor allem das ständige Mails und soziale Medien Checken, während man sich langweilige Filme anschaut, ist Gift für euer überarbeitetes Gehirn.

9. Qualitätsfilter

Hab ich schon langweilige Filme erwähnt? Was im letzten Satz? Ist ja ein Ding! Langeweile ist oft auch einfach ein Qualitätsfilter. Wenn ihr euch einen Film anguckt, aber nicht widerstehen könnt, immer wieder zum Smartphone zu greifen, solltet ihr euch vielleicht Gedanken darüber machen, ob der Film wirklich gut genug ist. Meine Langeweile hat so manchen Film auf dem Gewissen. Meine Liste von beliebten Filmen, die mich gelangweilt haben und nicht zu Ende geguckt haben, würde mich unter Cineasten eine Menge Ansehen kosten.(Wenn ich denn Ansehen bei Cineasten haben sollte)

10. Sonnen

Vitamin D ist ganz gesund, hab ich gehört. Vitamin D wird vom Körper auch nur unter UVB Strahlung produziert. Aber neben der Tatsache, dass ihr beim Sonnen Vitamin D tankt und somit mehr Antrieb und bessere Laune habt, ihr entspannt euch auch in 9 von 10 Fällen beim Sonnen. Sei es auf dem Balkon oder im Schwimmbad, wichtig ist es, seinen überfluteten Sinnesorganen eine Pause zu gönnen. Musik erlaube ich euch, aber dafür schließt ihr gefälligst eure Augen!

 

Was jetzt?

Schreibt mir von euren Erfahrungen bezüglich von Entschleunigung falls ihr welche habt. Ansonsten würde es mich interessieren, welche Schritte es euch angetan haben und welche euch überhaupt nicht überzeugt haben.

Seid nicht schüchtern, ich freue mich riesig über Kommentare und dieser Artikel ist nur entstanden, als ich in einem Kommentar das Buzzword „entschleunigen“ aufgeschnappt habe und die Muse mich geküsst hat.

Gruß

Anton Jonas

2 thoughts on “10 Schritte zur Entschleunigung

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